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domreuter said:
Gemessen an meiner heutigen Zahnstellung - nach 15 Jahren mit losem Retainer, den ich jede Nacht trage - würde ich den losen Retainer als zur umfassenden Retention völlig ausreichend betrachten, wenn er denn regelmäßig getragen wird. Wobei auch eine mehrwöchige Pause inzwischen kein Problem mehr ist - während meiner 4wöchige Australienreise sind die Retainer daheim geblieben, damit sie kaputt oder verloren gehen. In der ersten Nacht danach haben sie minimal gedrückt, in der zweiter schon nicht mehr.

Grüße

Dominik


Ich halte es für äusserst unwahrscheinlich, dass jemand, der den Spangenfaible nicht teilt, diese Tragediziplin über einen so langen Zeitraum durchhalten wird. In der Mehrzahl der Behandlungsfälle dürfte daher wohl der Kleberetainer die erste Wahl sein, zumal er eine permanente Wirkung entfalten kann. Auf der anderen Seite erfordern Eingliederung und Entfernung eine etwas längere Sitzung, wogegen der lose Retainer nur eines Auftags an das Labor, eine kurze Sitzung für die Eingliederung und der Mitarbeit/Eigenverantwortung  des Patienen bedarf, der die Retentionsphase mit dem losen Retainer allmählich ausklingen lassen kann.

Mein Fazit: Es gibt in diesem Punkt wohl nicht nur eine "Wahrheit".

 
Hllo Ingo,

in der Tat ist es wohl so, dass herausnehmbare Retainer in Deutschland unüblich geworden sind. Als ich mit meiner festen Spange fertig war, war gerade oben Plattenretainer und unten geklebter Lingualretainer stand der Technik. Auch ich hatte diese Kombination einige Wochen, bis die KFO auf meinen ausdrücklichen Wunsch den Kleberetainer entfernt und mir einen Plattenretainer auch für unter angefertigt hat. Das ist jetzt bald 15 Jahre her. Inzwischen höre und sehe ich auch immer öfter von Fällen, wo auch im OK Kleberetainer verwendet werden. Einen Grund dafür sehe ich gelegentlich in meinem Freundeskreis. Da sind einige dabei, die etwas vor mir ihre feste Spange hatten und noch für beide Kiefer Plattenretainer bekommen haben. Fast alle haben dann offensichtlich irgendwann aufgehört, den zu tragen - an deren heutiger Zahnstellung kannst Du ablesen, wie lange nach der Entbänderung sie ihre Retainer noch getragen haben. Allerdings muss ich dazu sagen, dass die häufigste Verschiebung ist, dass einer der beiden unteren 1er etwas nach innen wandert. Verschiebungen im Backenzahnbereich habe ich bei keinem beobachtet, von dem ich nicht wüsste, dass der Retainer schon nach wenigen Wochen in die Ecke geflogen ist. Auch unter den Trägern von Kleberetainern habe ich da noch nicht gesehen. Möglicherweise genügt für eine Retention im Backenzahnbereich ein korrekt aufeinander abgestimmter Biss, bei dem sich OK- und UK-Zähne gegenseitig an ihrer Position halten.

Aus USA sieht man ja recht häufig noch Bilder, auf denen Platten getragen werden von Leuten, die von der Zahnstellung und vom Alter her aussehen, als sollte sie ihre Behandlung schon hinter sich haben. Das deutet schon darauf hin, dass lose Retainer dort recht verbreitet sind. Eigentlich merkwürdig - bei der Korrektur selbst sind lose Geräte dort ja dem Vernehmen nach nicht sonderlich verbreitet, man greif wohl fast nur zu Brackets.

Gemessen an meiner heutigen Zahnstellung - nach 15 Jahren mit losem Retainer, den ich jede Nacht trage - würde ich den losen Retainer als zur umfassenden Retention völlig ausreichend betrachten, wenn er denn regelmäßig getragen wird. Wobei auch eine mehrwöchige Pause inzwischen kein Problem mehr ist - während meiner 4wöchige Australienreise sind die Retainer daheim geblieben, damit sie kaputt oder verloren gehen. In der ersten Nacht danach haben sie minimal gedrückt, in der zweiter schon nicht mehr.

Grüße

Dominik
 

Ingo

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Mir fällt auf, dass im englischsprachigen Bereich die herausnehmbaren Retainer, insbesondere Hawley-Retainer, verbreitet zu sein scheinen, während man von Lingualretainern nicht viel liest. Dass man seinen Retainer tragen soll und wie wichtig er ist, liest man auffallend häufig. Das ist soweit auch sicherlich richtig und vernünftig.

Im deutschsprachigen Bereich habe ich dagegen den Eindruck, dass zumindest Hawley-Retainer unüblich sind. Man sieht ja praktisch nie einen. Höchstens mal ein Kind mit einem herausnehmbaren, aktiven Gerät. Aber als Retainer? Vor mehreren Jahren habe ich das zum letzten Mal gesehen. Außer bei Besuchern aus dem Ausland, da sieht man das gelegentlich.

Ist es in Deutschland üblich geworden, Lingualretainer zu verwenden und herausnehmbare Retainer demzufolge als überflüssig zu betrachten? Ich frage mich aber: Wie werden die seitlichen Zähne gesichert, wenn der Lingualretainer nur die Schneidezähne sichert?

Und in Amerika? Glauben die dort nicht an Lingualretainer, so dass es dementsprechend selbstverständlich ist, nach der Behandlung zumindest oben einen herausnehmbaren Retainer zu bekommen? Und natürlich wichtig, ihn ausreichend häufig zu tragen, weil man ja keine Lingualretainer hat?

Ich denke, dass beide Arten ihre Berechtigung haben und am besten sogar in Kombination verwendet werden sollten. Anonsten würde man auf die Möglichkeiten einer umfassenden Retention verzichten.


Was denkt ihr? Was sind eure Erfahrungen?
 
Es ist wirklich seltsam, dass man so selten Headgearträger sieht. Wegen meiner Freundin kommt es häufig auf dieses Thema und wirklich oft erzählen dann andere, dass sie auch so einen Bogen hatten.
 
Ich habe noch nie einen Headgear-Träger/in im wahrem Leben gesehen. Dies scheint schon recht selten zu sein. Durch diese Informationen sieht es so aus als käme ich nie in die Gelegenheit einen HG-Träger/in zu sehen. :(
 
Auch wenn es vllt nicht ganz genau zum Thema passt.
Ein guter Bekannter von mir ist letzte woche seine feste Spange los geworden.
Ich habe auch erst gedacht das er diese INvisalign Schienen bekommt. Aber nein zu meiner großen Überraschung hat er als Retainer eine Vorschudoppelplatte bekommen die er laut seinem KFO jetzt mit 19jahren 18 std am Tag tragen soll ....
Ich persönlich find das ja irgendwie cool aber ihn stört das halt extrem. :D
 

Trapper

Platinum Member
Ingo said:
Sind die guten alten Zeiten bald für immer vorbei? :'( :'(
Danke Ingo für die Steilvorlage! Genau auf dieses Thema wollte ich sowieso irgendwann mal näher eingehen.
Es ist nämlich so, dass nicht nur im Bereich der Retention immer wieder gehört und gesehen habe, dass mehr und mehr von den klassischen Retainern (passiven Platten) weggegangen wird hinzu Tiefziehschienen. Nein! Zu allem übel habe ich erst kürzlich Folgendes mitbekommen:
Die Tochter einer Bekannten sollte einen Headgear bekommen. Der KFO, bei der sie in Behandlung ist, gehört zur "älteren Generation" und hat - noch bevor der Behandlungsplan erstellt wurde - eine neue KFO bei sich mitangestellt, die ganz frisch von der Uni kam und somit - davon sollte man ausgehen können - die neuesten Methoden anwendet. Und genau jetzt kommt der Knackpunkt: Anstatt weiter an der Headgear-Idee des "alten" KFO festzuhalten, bekam die Tochter nun aktive Platten mit Dehnschrauben. Aber die Dehnschrauben sind nicht am "normalen" Platz in der Mitte der Platte, sondern an der Seite, wie in diesem Foto:
35.PNG


Es scheint also, als dass sich die Headgear-"Ära" wohl langsam aber sicher dem Ende neigt.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen?
 
Trapper said:
Mein KFO meinte mal, dass man ... bei erhöhter Dreh- und Kippgefahr ... bloß nicht mehr diese "normalen" passiven Platten verwenden sollte. Deshalb greift man in letzter Zeit verstärkt auf Tiefziehschienen ... zurück.

Sind die guten alten Zeiten bald für immer vorbei? :'( :'(
 
Ich versuche mal etwas Licht ins Dunkle zu bringen - allerdings alle Infos mit einiger Vorsicht genießen - 100%ig sicher bin ich mir nirgends.

hndrk said:
Meistens mit Plastik umhüllt
Das hängt mit der Möglichkeit der Dreh- und Kippbewegung der Zähne nach einer KFO-Behandlung zusammen und dient einfach dazu, genau diese Bewegungen zu verhindern. Je größer die Fläche ist, die an den Zähnen anliegt, umso stabiler die "Absicherung". Einfaches Selbstexperiment: Nehmt eure rechte flache Hand und legt den linken Zeigefinger quer über die Mitte und probier die Hand zu bewegen. Dann legt immer mehr Finger der linken Hand über die rechte Handfläche -> Die "Spielmöglichkeiten" der Zähne lassen nach. Im Übrigen sind genau deshalb die "normalen" Retainer in neuerer Zeit in Verruf geraten. Mein KFO meinte mal, dass man die bei erhöhter Dreh- und Kippgefahr (also insbesondere dann, wenn während der aktiven Behandlung genau diese Bewegungen an den Zähnen vorgenommen wurden) bloß nicht mehr diese "normalen" passiven Platten verwenden sollte. Deshalb greift man in letzter Zeit verstärkt auf Tiefziehschienen (also quasi verstärkte Invisalign-Schienen) zurück.

oder sogar gewellt
Auch das hat etwas mit der Stabilität zu tun, dieses Mal aber der Stabilität des Drahtes selbst. Das kann man sogar irgendwie physikalisch erklären, aber dazu ist meine Schulzeit zu lange her... Einfach mal selbst mit Draht ausprobieren: Erst ganz grade lassen und versuchen in und her zu biegen und dann mal Wellen reinbiegen und das gleiche versuche.
Deshalb sind auch viele Lingualretainer im Übrigen so gezackt. Siehe
7_3.png


aber immer an den Eckzähnen mit einer "Doppelschlaufe".
Eine Schlaufe bedeutet ja quasi eine Welle (s.o.) und insofern dient das auch der Stabilität des Drahtes. Außerdem lässt sich an solche U-Schlaufen auch ganz einfach der Retainer nachstellen. Wenn der Draht etwas "ausgeleiert" ist, muss der KFO einfach diese U-Schlaufe etwas zusammen drücken und schwups liegt der Retainer wieder sauber an den Zähnen.
 
Ich habe keine Idee, aber ich finde deine Frage spannend. In meiner Klasse gab es einige, die hatten sogar einfache Labialbögen, die du als U bezeichnest mit doppeltem Draht. Das gefiel mir besonders.
Welchen Zweck die Plastikumhülten Drähte haben, wüßte ich auch gern.
 

hndrk

Bronce Member
Huhu!

Innerhalb meiner Behandlung hab ich bei 3 unterschiedlichen Kieferorthopäden insgesamt 4 verschiedene lose Retainer nach der festen Zahnspange bekommen. Was mich gewundert hat: Alle hatten irgendwie komische Labialbögen. Meistens mit Plastik umhüllt oder sogar gewellt, aber immer an den Eckzähnen mit einer "Doppelschlaufe". Also eher so w----w als so u----u.
Zwar tun diese ihren Dienst und sind auch zur medizinischen Verwendung gedacht, aber wie wohl Einige hier achte ich auch auf besondere optische Merkmale ;) Und aus diesen Gründen fänd ich diesen "klassischen" Bogen einfach schöner.
Mich wundert es, dass diese Geräte bei mir so anders aussehen als üblich und mich würde interessieren, ob jemand einen Grund dafür erahnen kann. Liegt es an der Zahngröße/-form oder haben diese Art von Labialbögen einen anderen Zweck? Falls jemand eine Idee hat, wär ich sehr gespannt :)
 
Also ich war gestern da. Bin bei einer Kieferorthopädin, die lose Geräte bevorzugt. Sie hat einen Abdruck genommen, Röntgenaufnahmen gemacht und wird mir am Montag den Behandlungsplan vorlegen. Dann kann ich weiter berichten.
 
Je nach Fehlstellung kann man kleinere Korrekturen (kleine kippende Zahnbewegungen) auch mit losen Spangen durchführen, diese müssen dann aber sehr konsequent getragen werden.
 
für einen shop muss er schon nach thailand fahren ^^ da gabs mal irgendwo ein video drüber wo die die dinger in straßenshops gemacht haben ;) Leider finde ich den link nimmer :)

Aber allein die Frage ist einfach nur dumm sorry!
 
Gut daß ich viele Österreicher kenn sonst würd ich glatt glauben die sind alle so. Aber für nen Lachflash bei mir hats auf jedenfall gereicht.
 
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