Hallo Raoul,
genau darum geht es bei FKO-Behandlungen auf CMD und Ähnliches (»mit schulmedizinischen als auch alternativen Methoden, dabei auch den gesamten Körper bis zu den Füßen berücksichtigt«).
Bei meiner Erstberatung durch meinen heutigen Kieferorthopäden habe ich auch gestaunt, daß er mich im Mittelgang seiner Praxis laufen sehen wollte ("...mit Zähnen und Kiefern nichts zu tun?"). Die Schrittfolge und die Fußabdrücke dabei verrieten ihm aber den Grad meines Beckenschiefstands, meiner Lendenwirbensäulen-Skoliose und der ungleichen Länge meiner Beine. Mit dem daraufhin angefertigten Konstruktionsbiß aus (zunächst) Wachs konnte er mir eine Spange anpassen (Aktivator), mit der schon beim ersten Anprobieren über die Aushebelung des Zwangsbisses und seiner Folgen in meinen Kiefermuskeln alle drei Grundprobleme, wie oben genannt, wie per Kippschalter ausgeknipst waren.
Außerdem verwies er mich per GKV-Verschreibung sofort wieder zu der exzellenten Physiotherapeutin, die ich gottlob vorher schon kannte, und die die von ihm als zweites Standbein seiner CMD-Behandlung eingeplant war. Sie wird bis heute nicht müde, über die phantastischen Wirkungen einer kieferorthopädischen Behandlung auf CMD zu staunen. Nötig bleibt ihre Arbeit trotzdem.
Mein Leben ist seitdem ein Paradies, verglichen mit vorher! Man wird vielleicht noch andere Spätberufene finden, die als Erwachsene gute Erfahrungen mit herausnehmbaren Spangen gemacht haben. Ich aber bin der Kronzeuge. Ich bin annähernd schmerzfrei, ohne mit Dauer-Diclo-Gabe meinen Darm zu vergiften, und mit soviel Glück hatte ich nicht mehr gerechnet.
Das ist der Grund, warum ich fast dauerhaft die Spange trage (nicht GANZ 24/7, aber über 19/7). Jede Minute, die ich sie nicht drinhabe, bringt nur mehr Schmerzen zurück.
Sehr gute Erfahrungen habe ich auch damit gemacht, alle gleich im voraus über meine Spange zu informieren, die damit konfrontiert sein werden. So wundert sich keiner, so bin ich kein Freak. Und damit, durch möglichst pausenloses Tragen und Üben meine Aussprache mit Zahnspange zu trainieren ("zehn Ziegen zogen zehn Zentner Zucker zum Zoo..."). Ganz akzentfrei werden die Zischlaute mit gesperrtem Biß nicht, aber ich werde wieder gut verstanden, sogar in mehreren Sprachen. ;-)
Ein paar Hinweise nicht nur für Raoul, sondern für die gerade erst neu Hinzugekommenen hier.
Alles Gute und viel Erfolg für Raoul und für alle!!! ;D
Veterano
Raoul Duke said:
Ein kurzes Update:
Vor knapp 2 Woche hatte ich den Termin für die eigentlichen diagnostischen Untersuchungen. Zuerst wurden "normale" Fotos der Zähne gemacht, von allen Seiten und z. T. mit Spiegel im Mund. Dann ging es weiter zum 3d-Röntgen und anschließend wurden Abdrücke genommen. Dann wurde ich nochmal kurz von einer Helferin zu Beschwerden interviewt (Schmerzen hier, da, dort usw.). Dann kam eine Kieferorthopädin (kannte ich noch nicht, bisher nur beim Seniorchef gewesen). Sie hat mich dann nochmal umfangreich untersucht, sowohl mit schulmedizinischen als auch alternativen Methoden, dabei auch den gesamten Körper bis zu den Füßen berücksichtigt. Natürlich wurden insbesondere auch Kiefergelenke und die angrenzenden Regionen betrachtet. Außerdem gab es dann noch eine Prüfung der Materialverträglichkeit: scheinbar alles ohne Probleme. Interessanterweise waren da auch Molarenbänder dabei. Die Anschauungsmodelle, die man mir zuvor gezeigt hatte hatten bis ganz hinten nur normale Brackets...
Nun warte ich auf den Termin für die Besprechung des Behandlungsplans Mitte September. Anschließend wird es noch einen Termin für eine erneute Abdrucknahme geben. Die ersten Abdrücke dienen wohl nur diagnostischen Zwecken. Die zweiten werden dann für die Vorbereitung der Installation der Brackets verwendet. Diese werden nicht einzeln geklebt, sondern in Gruppen, d. h. sie müssen vorher wohl am Modell positioniert werden.
Die Zahnspange bekomme ich dann wohl erst beim von nun an dritten Termin. Kann also noch etwas dauern. Ich hoffe nicht zu lang. Gerade vor wenigen Tagen hat es wieder ordentlich geknallt im linken Kiefergelenk...