Mein neuer Anlauf

Moin Veterano, Aktivator 24/7 wär nix mehr für mich. Ich habe ja vor nicht all zu langer Zeit ähnlich viel einen Bionator getragen. Irgendwann hatte ich aber die Schnauze voll (hehe). Aktivator ist ja ähnlich wie Bionator, super im Wachstum und später, wie du schreibst, auch noch super zur Verhinderung von Schäden und Schmerzen. Kann aber Ursache nicht wirklich beheben. Physio wäre natürlich noch eine zu erwägende Option...
 
Bonjour Raoul, non, c'est claire, pas de soucis.  :-)

Schnauze voll ;D ;D hat man leicht von Geräten, die viel abverlangen und wenig bringen. Verstehe ich voll, hatte ich mehrmals im Leben. Tut mir leid, daß es für Dich so gelaufen ist. Ich will hier auch nicht mehr Prophet einer bestimmten Behandlungsphilosophie werden, die sich nachher trotzdem rächt (Stichwort ProXeniXa). Ich persönlich habe nach vielen Jahren mit Gottes Hilfe den Kieferorthopäden gefunden, der zu mir paßt. Das wünsche ich Dir ganz herzlich zu Deinem Neuanfang auch. Und ja, Physiotherapie ist für die Patientengruppe, der ich angehöre, und wohl auch Du, absolut unverzichtbar.  (Sollte es doch nicht hinhauen, schreib' mich an - meiner sucht nicht direkt nach mehr Patienten, aber er wird wohl keinen abweisen, den ich avisiere.)  Bon succès, mon ami!

(G.) Veterano

PS. Noch hinzugefügt: Du hattest ja hier erwähnt, daß Deine Freundin Dich beim Spangentragen voll unterstützt (sonst ginge mich das nichts an). Noch eine Gemeinsamkeit. Ich bin der meinen dafür so dankbar, daß sie sich inzwischen meiner Entscheidung angeschlossen hat. ;-) Unser Kieferorthopäde und unsere Physiotherapeutin haben sie bisher noch nicht vollständig von der so grausigen Migräne befreien können, aber doch um 90%. Irgendetwas an dem, was er mit uns macht, funktioniert meßbar. :-)
 
Ein kurzes Update:

Vor knapp 2 Woche hatte ich den Termin für die eigentlichen diagnostischen Untersuchungen. Zuerst wurden "normale" Fotos der Zähne gemacht, von allen Seiten und z. T. mit Spiegel im Mund. Dann ging es weiter zum 3d-Röntgen und anschließend wurden Abdrücke genommen. Dann wurde ich nochmal kurz von einer Helferin zu Beschwerden interviewt (Schmerzen hier, da, dort usw.). Dann kam eine Kieferorthopädin (kannte ich noch nicht, bisher nur beim Seniorchef gewesen). Sie hat mich dann nochmal umfangreich untersucht, sowohl mit schulmedizinischen als auch alternativen Methoden, dabei auch den gesamten Körper bis zu den Füßen berücksichtigt. Natürlich wurden insbesondere auch Kiefergelenke und die angrenzenden Regionen betrachtet. Außerdem gab es dann noch eine Prüfung der Materialverträglichkeit: scheinbar alles ohne Probleme. Interessanterweise waren da auch Molarenbänder dabei. Die Anschauungsmodelle, die man mir zuvor gezeigt hatte hatten bis ganz hinten nur normale Brackets...

Nun warte ich auf den Termin für die Besprechung des Behandlungsplans Mitte September. Anschließend wird es noch einen Termin für eine erneute Abdrucknahme geben. Die ersten Abdrücke dienen wohl nur diagnostischen Zwecken. Die zweiten werden dann für die Vorbereitung der Installation der Brackets verwendet. Diese werden nicht einzeln geklebt, sondern in Gruppen, d. h. sie müssen vorher wohl am Modell positioniert werden.

Die Zahnspange bekomme ich dann wohl erst beim von nun an dritten Termin. Kann also noch etwas dauern. Ich hoffe nicht zu lang. Gerade vor wenigen Tagen hat es wieder ordentlich geknallt im linken Kiefergelenk...
 
Hallo Raoul,

genau darum geht es bei FKO-Behandlungen auf CMD und Ähnliches (»mit schulmedizinischen als auch alternativen Methoden, dabei auch den gesamten Körper bis zu den Füßen berücksichtigt«).

Bei meiner Erstberatung durch meinen heutigen Kieferorthopäden habe ich auch gestaunt, daß er mich im Mittelgang seiner Praxis laufen sehen wollte ("...mit Zähnen und Kiefern nichts zu tun?"). Die Schrittfolge und die Fußabdrücke dabei verrieten ihm aber den Grad meines Beckenschiefstands, meiner Lendenwirbensäulen-Skoliose und der ungleichen Länge meiner Beine. Mit dem daraufhin angefertigten Konstruktionsbiß aus (zunächst) Wachs konnte er mir eine Spange anpassen (Aktivator), mit der schon beim ersten Anprobieren über die Aushebelung des Zwangsbisses und seiner Folgen in meinen Kiefermuskeln alle drei Grundprobleme, wie oben genannt, wie per Kippschalter ausgeknipst waren.

Außerdem verwies er mich per GKV-Verschreibung sofort wieder zu der exzellenten Physiotherapeutin, die ich gottlob vorher schon kannte, und die die von ihm als zweites Standbein seiner CMD-Behandlung eingeplant war. Sie wird bis heute nicht müde, über die phantastischen Wirkungen einer kieferorthopädischen Behandlung auf CMD zu staunen. Nötig bleibt ihre Arbeit trotzdem.

Mein Leben ist seitdem ein Paradies, verglichen mit vorher! Man wird vielleicht noch andere Spätberufene finden, die als Erwachsene gute Erfahrungen mit herausnehmbaren Spangen gemacht haben. Ich aber bin der Kronzeuge. Ich bin annähernd schmerzfrei, ohne mit Dauer-Diclo-Gabe meinen Darm zu vergiften, und mit soviel Glück hatte ich nicht mehr gerechnet.

Das ist der Grund, warum ich fast dauerhaft die Spange trage (nicht GANZ 24/7, aber über 19/7). Jede Minute, die ich sie nicht drinhabe, bringt nur mehr Schmerzen zurück.

Sehr gute Erfahrungen habe ich auch damit gemacht, alle gleich im voraus über meine Spange zu informieren, die damit konfrontiert sein werden. So wundert sich keiner, so bin ich kein Freak. Und damit, durch möglichst pausenloses Tragen und Üben meine Aussprache mit Zahnspange zu trainieren ("zehn Ziegen zogen zehn Zentner Zucker zum Zoo..."). Ganz akzentfrei werden die Zischlaute mit gesperrtem Biß nicht, aber ich werde wieder gut verstanden, sogar in mehreren Sprachen. ;-)

Ein paar Hinweise nicht nur für Raoul, sondern für die gerade erst neu Hinzugekommenen hier.

Alles Gute und viel Erfolg für Raoul und für alle!!!  ;D

Veterano


Raoul Duke said:
Ein kurzes Update:

Vor knapp 2 Woche hatte ich den Termin für die eigentlichen diagnostischen Untersuchungen. Zuerst wurden "normale" Fotos der Zähne gemacht, von allen Seiten und z. T. mit Spiegel im Mund. Dann ging es weiter zum 3d-Röntgen und anschließend wurden Abdrücke genommen. Dann wurde ich nochmal kurz von einer Helferin zu Beschwerden interviewt (Schmerzen hier, da, dort usw.). Dann kam eine Kieferorthopädin (kannte ich noch nicht, bisher nur beim Seniorchef gewesen). Sie hat mich dann nochmal umfangreich untersucht, sowohl mit schulmedizinischen als auch alternativen Methoden, dabei auch den gesamten Körper bis zu den Füßen berücksichtigt. Natürlich wurden insbesondere auch Kiefergelenke und die angrenzenden Regionen betrachtet. Außerdem gab es dann noch eine Prüfung der Materialverträglichkeit: scheinbar alles ohne Probleme. Interessanterweise waren da auch Molarenbänder dabei. Die Anschauungsmodelle, die man mir zuvor gezeigt hatte hatten bis ganz hinten nur normale Brackets...

Nun warte ich auf den Termin für die Besprechung des Behandlungsplans Mitte September. Anschließend wird es noch einen Termin für eine erneute Abdrucknahme geben. Die ersten Abdrücke dienen wohl nur diagnostischen Zwecken. Die zweiten werden dann für die Vorbereitung der Installation der Brackets verwendet. Diese werden nicht einzeln geklebt, sondern in Gruppen, d. h. sie müssen vorher wohl am Modell positioniert werden.

Die Zahnspange bekomme ich dann wohl erst beim von nun an dritten Termin. Kann also noch etwas dauern. Ich hoffe nicht zu lang. Gerade vor wenigen Tagen hat es wieder ordentlich geknallt im linken Kiefergelenk...
 
Ich habe den Thread dann mal umbenannt von
'Ein neuer Anlauf' in 'Mein neuer Anlauf'
Ich hoffe das ist in Deinem Sinne, falls nicht schreibe mir kurz eine PN
 
Behandlungsplan

Letzte Woche hatte ich den Termin, an dem der Behandlungsplan besprochen wurde. Der sieht jetzt überwiegend so aus, wie erwartet. Was mir vorher nicht so ganz klar gewesen war ist, dass ich selbst-ligierende Brackets (In-Ovation Mini Rhodium) bekommen werde. Außerdem eine Überraschung: Für die erste Zeit werde ich Aufbisse hinter die oberen Schneidezähne bekommen (so in der Art wie Bite Turbos glaube ich). Die sollen einerseits verhindern, dass ich mit meinem tiefen Deckbiss die unteren Brackets abbeiße und anderseits die unteren Schneidezähne helfen zu intrudieren. Ich hoffe mal ganz stark, dass die das Essen nicht so sehr behindern. Die Aufbissplatte, die ich in meiner Jugendbehandlung für denselben Zeck bekommen hatte (und natürlich auch beim essen getragen werden musste), war diesbezüglich der reine Horror. Dazu kommen dann noch Elastics im Seitenzahnbereich.

Im Anschluss an die feste Spange bekomme ich feste Retainer oben und unten. Am ersten Wochenende ohne Brackets werde ich 24h pro Tag einen Positioner tragen müssen (sieht aus wie ein Sportmundschutz), anschließend 3 Wochen (oder Monate?) nachts. Danach bekomme ich noch lose Retainer, oben eine eigentlich ganz normale Retainerplatte, unten einen Crozat-Retainer. Die müssen dann für nach und nach geringer werdende Zeiträume getragen werden - ob anfangs auch tags, weiß ich nicht mehr, dann jedenfalls einige Zeit jede Nacht und im Anschluss am besten lebenslang, aber zumindest einige Jahre 2-3x die Woche. Gerade diesen Crozat-Retainer für unten finde ich ja super, so ganz ohne Kunststoffbasis. Schade, dass ich sowas nicht auch für oben bekomme. Aber es erscheint mir logisch, denn die Kunststoffplatte oben kann ja vielleicht eher verhindern, dass der Biss wieder tiefer wird.

Meine oberen Zähne sind im Verhältnis zu den unteren relativ schmal. Daher muss unten (36-46) ein klein wenig vom Schmelz weggeschliffen werden, um den Engstand zu beseitigen und bei Lückenschluss oben die Verzahnung zu gewährleisten. Im Behandlungsplan steht zudem "lückenfüllende Veneers 11, 21 vorbehalten". Die waren zwar in einem Vorgespräch mal am Rande als Möglichkeit erwähnt worden, bei dem aktuellen Termin zur Besprechung des Behandlungsplans aber nicht. Ehrlich gesagt ziehe ich da notfalls glaube ich eher die Lücken vor. Das werde ich wahrscheinlich am besten möglichst bald mitteilen, auch wenn sie als letzte "vorbehaltene" Maßnahme aufgeführt sind.

In gut 4 Wochen habe ich einen Termin für neue Abdrücke, an dem ich auch Separiergummis zwischen die oberen Molaren bekomme, weil ich dort Molarenbänder statt Brackets bekomme, unten wohl nicht. Ich schätze, dass dort wohl stärkere Torque-Kräfte für die Front ansetzen werden. Die unteren Front soll zwar auch getorquet werden, aber wahrscheinlich nicht so stark.

P.S. Themenbezogene Nachfragen und Kommentare sind natürlich herzlich willkommen!

P.P.S. Ach so, mit den selbst-ligierenden Brackets hat sich das Thema Farbwahl der Gummi-Ligaturen natürlich irgendwie erübrigt. Aber vielleicht kommen ja noch Powerchains, hab ja genug Lücken, die zugezogen werden wollen/sollen.
 
Zwischendrin hatten sich noch einige Rückfragen zum Behandlungsplan ergeben, die nach einiger Zeit zum Glück telefonisch geklärt werden konnten. Die meisten Dinge haben sich so geklärt, wie ich sie eigentlich auch verstanden hatte. Bei der Gelegenheit habe ich dem KFO noch einmal deutlich mitgeteilt, dass ich keine Veneers möchte, selbst wenn dann geringe Lücken oben bleiben sollten. Er meinte, wahrscheinlich würden sie eh nicht nötig, notierte meinen Wunsch aber nochmal.

Letzte Woche war ich dann nochmal in der Praxis. Es wurden die Abdrücke für das en bloc Einsetzen der Brackets genommen und oben 4 Gummis zwischen die Zähne "geprügelt". Offenbar sind sie mehr als nötig um Platz für die Molarenbänder zu schaffen. Im Gespräch erwähnte die Helferin, dass die Bänder auch für einen evtl. nötigen Gaumenbogen genutzt würden. Ich vermute, das war eher als allgemeine Aussage zu verstehen und nicht auf meine spezifische Behandlung bezogen. Trotzdem bin ich natürlich etwas "gespannt", ob da noch eine Überraschung um die Ecke kommt (Stichwort: Oberkiefer dehnen)...

Die Separiergummis erzeugen die meiste Zeit übrigens nur ein leichtes Druckgefühl und eine geringe Empfindlichkeit der Seitenzähne - easy auszuhalten. Nur an einem Morgen nach dem Einsetzen bin ich mit Kopfschmerzen aufgewacht (die aber ja auch andere Ursachen haben können).

In weniger als 48h werden ich aber schon Brackets im Mund haben - und mal sehen was noch...
 
Hallo Raoul Duke!

Klingt ja fast nach einem Jackpot, was Du da vor Dir hast.
Ich wünsch Dir auf jeden Fall alles, alles Gute für Deine Behandlung und viele spannende Momente.

LG

Surfreak
 
Tja, es ist schon irgendwie eine Medaille mit zwei Seiten...

Aber ich habe die Installation endlich überstanden. Es hat nach meinem Empfinden ganz schön lang gedauert. Insgesamt 5 Brackets mussten ein zweites Mal geklebt werden, entweder weil sie nicht hielten oder weil sich das Schloss nicht schließen ließ.

Ich habe jetzt unten rundum Brackets (37-47) und oben überall außer auf den Molaren (15-25). Auf den Molaren 16 und 26 habe ich Metallbänder. Neben der stabileren Verankerung ist offensichtlich auch der Grund, dass an diesen Zähnen auf der Innenseite Gummizüge eingehängt werden. Sie werden im Dreieck gespannt: 16 innen, 46 außen, 47 außen und 26 innen, 36 außen, 37 außen. Einen Gaumenbogen habe ich zum Glück nicht bekommen. Die Zähne 17 und 27 bleiben vorerst frei.

Mein persönliches "Highlight" sind aber die Kunststoffaufbisse, die ich hinter 11 und 21 geklebt bekommen haben, damit ich erstens nicht die unteren Brackets abbeiße und zweitens die Bisshebung unterstützt wird. In der Folge bleibt nun aber selbst in maximal zusammenbeißender Kieferstellung zwischen den Kauflächen so viel Platz, dass ich da gefühlt durch laufen könnte. Ich freue mich schon auf's essen - nicht...
 
Bewundernswert, was Du durchziehst, Raoul. Nicht zuletzt das mit den Gummis, mehr noch mit den Aufbissen. Weckt alles Erinnerungen. Weiter quatsche ich Dir nicht hinein. ;-)  Beste Wünsche, weiter gutes Gelingen und herzlich solidarische Grüße!
Gunnar (Veterano)
 
Ich habe jetzt einige Tage hinter mir, an denen Zunge und Wangen übel gelitten haben. Vor allem die Verankerungen an den Innenseiten der ersten Molaren im Oberkiefer haben meiner Zunge übel zugesetzt. Ich hänge dort ja auch die Gummis ein. Sie bestehen aber (scheinbar überflüssigerweise) jeweils aus 2 Haken und einem ungenutzten Röhrchen. Sie sind damit deutlich größer und scharfkantiger als die normalen Brackets auf den Außenseiten und haben die Zunge ein paar Tage fleischerhakenmäßig bearbeitet. Ist inzwischen aber schon viel besser geworden. Auch den Wangen geht es etwas besser. Das Essen mit den Bite Blocks hinter den Schneidezähnen ist aber immer noch ziemlich katastrophal. Richtig kauen kann ich nicht. Ich fürchte außerdem, dass mir die Bite Blocks noch ziemlich lang erhalten bleiben. Denn aktuell wird mein Biss glaub ich noch gar nicht so richtig gehoben. Ich habe das Gefühl, dass zunächst in erster Linie nur die ersten Molaren oben mithilfe der Gummis nach außen bewegt werden. Die anderen Zähne sind kaum druckempfindlich, so dass ich nicht den Eindruck habe, dass das schon große Bewegungen im Gange sind.
Im Übrigen habe ich durch die Bite Blocks auch mitunter ein leichtes Lispeln, aber das nehme ich selbst wohl wesentlich stärker war als meine Gesprächspartner...
 
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