Ende 20 nochmal Bionator

Raoul Duke

Platinum Member
So, verehrte Forengemeinschaft, ich habe ja früher schon öfter in dem einen oder anderen Thread angemerkt, dass ich gerne nochmal die von der Jugendbehandlung übrig gebliebenen Sachen behandeln lassen würde. Da Brackets für mich aber eigentlich nur die allerletzte Wahl gewesen wären, gestaltete es sich natürlich schwierig einen Behandler zu finden der Erwachsenen-KFO auch herausnehmbar macht. Bekanntermaßen ist das ja mehr als unüblich.

Mein Hauptproblem ist, dass ich nach einer nicht ganz zu Ende geführten Behandlung in der Jugend noch einen Tiefbiss übrig behalten habe, der sich zunehmend in den Kiefergelenken bemerkbar macht. Daneben stören mich auch ein bisschen Lücken in der oberen Front und ein Engstand in der unteren. Wie gesagt will ich aber keine Brackets, sondern auf jeden Fall etwas Herausnehmbares. Vom Gerät her wäre natürlich mein absoluter Favorit Crozat gewesen. Der Behandler, den ich jetzt gefunden habe macht das sogar. Er hat meinen Verdacht bestätigt, dass ich immer noch einen Tiefbiss habe und auch nicht zu knapp (4mm zuviel), und dass die Kiefergelenkbeschwerden eben genau damit zusammenhängen. Leider offenbarte er mir jedoch, dass eine Bisshebung mithilfe von Crozat nicht möglich sei (genauso wenig übrigens mit konventionellen Brackets, sagt er).

Dafür aber mit einem Bionator. Der ist zwar alles andere als meine favorisierte Spange, aber immerhin auch herausnehmbar, wenn auch weitaus auffälliger als Crozat. Aber immerhin wird es wohl ein 'normaler' Bionator, also ein solcher, der vorne nur hinter der UK-Front verbunden ist und oben ein Stück ausgespart hat. In meiner früheren Behandlung hatte ich so ein Bionator-Abschirmgerät, welches vorne durchgehend 'zu' ist. Damit war das Sprechen eine ziemliche Katastrophe. Ich denke jedoch, mit so einem 'normalen' Bionator wirds nicht ganz so schlimm...

Die Lücken oben und der Engstand unten werden damit wohl nicht oder kaum besser werden. Nun ja. Das sind aber tatsächlich hauptsächlich ästhetische Aspekte und schlimm sind sie wirklich nicht. Hauptsache, der Tiefbiss bessert sich!

Ich bin gespannt. Ich warte jetzt auf den Heil- und Kostenplan. Wenn es was Neues gibt, schreibe ich wieder...
 
Also gibt es eine Diagnose, bei der die Behandlung Erwachsener nicht mit Brackets, sondern mit herausnehmbaren Geräten möglich ist. Soviel zum Thema "Erwachsenenbehandlung mit herausnehmbaren Geräten ist nicht möglich". Manchmal ist eben genau das Gegenteil von dem wahr, was viele hinausposaunen.
 
Nun, das ist jedenfalls die Meinung meines zukünftigen Behandlers, der eben aber auch ziemlich ganzheitlich angehaucht ist. Hat sich halt Bionator und Crozat-Therapie verschrieben. Z.Zt. warte ich noch auf den Heil- und Kostenplan. Bin jetzt doch ein wenig am Hadern, ob ich mich nicht vielleicht doch noch mal von einem konventionelleren KFO beraten lassen sollte. Es hat für mich durchaus alles Sinn ergeben, was der erste gesagt hat, bloß um noch mal eine andere Meinung zu hören. Habe im Netz jetzt auch gefunden, dass nach Meinung Anderer der Biss wohl doch konventionell gehoben werden kann, nämlich einerseits mit der Kombination (Brackets) Herbst + Aufbisse, die hinter die OK-Front geklebt werden und andererseits mit einer Bracketspange, die an den Molaren verankert ist, dann den Draht quasi als Feder auf Zahnfleischhöhe nach vorne führt (ohne Brackets an der Seite) und nur an den Schneidezähnen dann durch Brackets... Das sind natürlich alles auch relativ komplizierte und sicher störende Apparaturen und prinzipiell bin ich ja auch eher für sanft und ganzheitlich und so. Bloß konventionell gehts bestimmt schneller und am Ende bestimmt auch perfekter...

Will ich das? Will mein Körper das? Mein Portemonnaie?
 
Zweifel verflogen, der Fall ist klar! :) So und nicht anders soll es laufen. Der ganzheitliche ist doch der einzig wahre Ansatz. Begleitend werde ich auf jeden Fall auch noch mal zum Orthopäden gehen...

Der Heil- und Kostenplan ist übrigens auch gerade gekommen. Steht etwas diffus "Platten; Aktivatoren" drin, ist wohl eine Art Überkategorie, schätze ich.

Gut: Kosten im Rahmen und zunächst auf 4 Jahre angelegt...

Von mir aus kanns losgehen! :)

Edit: Termin für Abdrücke in 3 Wochen. Das können lange 3 Wochen werden... :/
 
So, nun hab ich ihn, den Bionator. Gerade schon mal 1-2 Stunden getragen... Und nachdem ich ihn gerade wieder rausgenommen habe, merke ich schon, wie der Unterkiefer nach vorne drängt und in Ruheposition nur die Zahnfront aufeinander beißt. Es geht offensichtlich in die richtige Richtung. Der Bionator ist zierlicher gebaut, als der 'Abschirmbionator', den ich früher hatte (jetzt: vorne oben etwas Kunststoff ausgespart und kein Draht vor der UK-Front). Sprechen geht damit schon jetzt besser. Natürlich ist er nicht zu überhören, aber ich kann mich weitgehend verständlich artikulieren. Ganz interessant finde ich auch, dass dieser Bionator viel lockerer zwischen den Zähnen sitzt, als der von früher. Tragen soll ich ihn nachts und möglichst auch eine Weile am Tag. Nach meinem bisherigen Eindruck sollte ich das mit links schaffen... ;) So, in 6 Wochen wieder hin, mal sehen ob er dann schon das erste Mal eingeschliffen wird.
 
...ist bloß ein ganz gewöhnlicher Bionator... Aber ich kann die Neugier ja verstehen... ;)

Wenn ich mich recht entsinne, sollte Fotos hier ja nicht direkt im Forum hochgeladen werden, oder?

Dann forsche ich mal nach, bei irgend einem Fotodienst hab ich mich vor Jahren mal registriert... Muss ich mal die Login-Daten suchen...


edit: AArrghh! Image Shack treibt mich in den Wahnsinn! Mal zeigt er die hochgeladenen Bilder an, mal nicht, Thumbnails macht der gar nicht...
Wo hostet man heute so seine Bilder? (Ja, nee, Facebook natürlich nicht. Flickr auch nicht, mach mir doch nicht dafür so ne blöde Yahoo-ID...)
Muss umsonst sein, am besten passwortgeschützt, ohne dass sich der Betrachter registrieren muss. Und vor Allem muss er funktionieren! Ideen?

edit2: Oh, hat es etwa geklappt? >> http://imageshack.us/f/209/p1050945800.jpg/ <<

edit3: Na ja, man muss noch mal auf das Bilddatei-Symbol oder die Lupe klicken, dann öffnet sich das Bild. Dann weiter durchschalten...

last but not least edit4: Mittlerweile erscheinen die Bilder von meinem Rechner aus alle auf Anhieb. Image Shack braucht wohl eine Weile, bis die Bilder dort 'richtig' angekommen sind...
 
Es geht gut voran. Mittlerweile merkt man die muskuläre Umstellung schon deutlich. Nach dem Herausnehmen des Bionators hat der UK seine Ruheposition so weit vorne, dass nur noch die Schneidezähne Kontakt haben. Die Backenzähne gehen dann nur noch mit Mühe fast zusammen, was natürlich das Kauen erschwert. Aber so soll es ja funktionieren. War jetzt beim ersten Termin zum Einschleifen. D.h. es geht mit der Bisshebung los. Da hier scheinbar kein besonders großes Interesse besteht, werde ich in Zukunft nur noch in größeren Abständen Updates liefern.
 
Na gut.. ;) Was soll ich schreiben... Also ich bin jedenfalls froh, dass ich nicht Herbst o.ä. im Mund habe plus Aufbissplatte oder gar diese Bite Turbos. Es ist so schon teilweise echt nervig zu essen, durch den durch die muskuläre Umstellung quasi von alleine gesperrten Biss, auch wenn der Bionator gar nicht im Mund ist. Wenn ich mir vorstelle, dann auch doch permanent so opulente Einbauten im Mund zu haben, auch während des Essens - meine Güte!

Ansonsten weiß ich gar nicht so recht, was ich noch schreiben soll. Ich habe mich auf jeden Fall schon total an den Bionator gewöhnt und trage ihn wann immer möglich. Er ist ja auch wirklich sehr angenehm zu tragen, viel mehr als es sein opulentes Aussehen vermuten lässt, da der Zungenraum ja weitgehend frei bleibt. Statt der Zähne ist halt der Kunststoffkörper da, der die Zunge aber kaum einengt und dieser Gaumenbügel ist so nah am Gaumen dran, dass er wirklich nicht stört. Im Fall der Fälle ist der Bionator außerdem schwuppdiwupp draußen...

Bin mal gespannt, ob trotz meines Alters noch eine ausreichende Dynamik im Kiefer/Zahnapparat steckt, dass sich der Biss tatsächlich ohne direkte, äußere Krafteinwirkung hebt.

Wenn jemand fragen hat, nur zu! Dann bin ich gern bereit, Auskunft zu geben.

Wenn jemand nicht weiß, wie er einen Behandler finden kann, der auch Erwachsenen andere Möglichkeiten als Brackets, Invisalign & Co. bietet, dem gebe ich gerne einen Hinweis per PM.
 
In meiner "festen Zeit" hatte ich auch zweimal einen Aufbiss hinter den Frontzähnen, ich bin auch mit einem tiefen Biss in die Behandlung gegangen. Dieser Aufbiss sollte ursprünglich fest eingesetzt werden. Aber weil ich zu der Zeit noch in die Fachoberschule ging und zunächst damit kein Wort herausbekommen habe, konnte ich den Herrn Doktor dazu überreden, ihn so zu lassen, dass ich ihn wenigstens ab und zu rausnehmen kann (er meinte, nur zum saubermachen). Im Endeffekt habe ich ihn eigentlich nur nachts getragen und evtl ab und zu mal zu Hause.

Jetzt, wo ich deine Posts so lese und an meinen immernoch vorhandenen Tiefbiss denke, kommt mir etwas die Sorge auf, dass ich diese "schlechte Mitarbeit" doch nicht so ganz folgenlos überstanden habe. Der Aufbiss war einzig zur Behandlung der Kreuzbisse da, wie ich dachte. Sind sie also auch zur Bisshebung gedacht? Ich meine, logisch wäre es ja: Frontzähne beißen aufeinander und Backenzähne heben sich bzw Frontzähne senken sich durch den Druck.
Gefällt mir jetzt nicht. Immerhin, ich habe keine großen Beschweden, hab aber dafür etwas Probleme mit dem Zusammenbiss der Frontzähne. Und auf spätere Beschwerden hab ich natürlich auch keine Lust.
 
Kann man so sagen. Es ist ja ein rein passive Apparatur die nur mit den körpereigenen Kräften arbeitet, also selbst keine aktiven (=kraftausübenden) Elemente hat. Der Gedanke dabei ist, so wie ich es verstanden habe, dass sozusagen die körpereigenen Kräfte quasi so umgelenkt werden, dass die gewünschte Änderung erfolgt (oder eben auch nicht - im Unterschied zur konventionellen Behandlung, wo externe Kräfte den körperlichen Widerstand überwinden). Soweit die Philosophie... ;)

Bei der Gelegenheit vielleicht als kleines Update: Es geht im Schneckentempo voran. Ca. alle 8 Wochen wird wieder etwas zwischen den Molaren weggeschliffen, aber halt jeweils nur im Zehntelmillimeterbereich. Die Zähne scheinen sich jedoch laaaangsam auf einander zuzubewegen, denn nach ein paar Wochen entstehen jeweils neue Bissspuren... sagt der Zahnarzt und ich glaube, das stimmt. Zusätzlich wurde zuletzt auch im Bereich der UK-Front etwas eingeschliffen. Dort gibt es ja einen kleinen Engstand und die Zähne stehen leicht rotiert etwas über- bzw. voreinander. Durch das Abflachen der entsprechenden "Stufen" im Bionator sollen, wenn ich es richtig verstehe, die leicht zur Mitte hin rotierten 2er nach außen vorbei an den ebenfalls zur Mitte hin rotierten 1er geschoben werden. Bin da zwar skeptisch, es war mir allerdings vorher gar nicht klar, dass das nebenbei auch versucht werden soll...
 
So, ich habe ja zu dem Thema lange nichts hören lassen, was aber auch damit zu tun hat, dass es eigentlich nicht wirklich etwas Spannendes zu berichten gibt. Nun aber mal wieder ein Update:

Schneckentempo goes on.. Verschiebungen finden laaangsam statt. Seit dem letzten Einschleifen haben nun endlich die OK-Schneidezähne richtig Kontakt zum Bionator, so dass sie zusätzlich abstützen können und vielleicht ja auch ein Wenig in den Kiefer gedrückt werden oder auch nach vorne gekippt (sie stehen nämlich auch etwas zu steil/leicht nach innen gekippt). So langsam, aber sicher merke ich, wie sich die Molaren auf einander zu bewegen. Nicht viel, aber immerhin, ich denke der Biss ist jetzt vielleicht 1mm geöffnet, was sich darin bemerkbar macht, dass die Prämolaren auch bei geschlossenen Kiefern (ohne Bionator) keinen Kontakt mehr haben. Die kriegen ihren Platz im Bionator zum aufeinander zu wachsen erst, wenn die Molaren ihren Weg gegangen sind. Die Schneidzähne haben (ohne Bionator) dennoch meist noch Kontakt, da der UK durch die muskuläre Umstellung ja nach vorne drängt (der Effekt hält immer wenige Stunden nach dem Herausnehmen an). Besonders seit dem letzten Einschleiftermin merke ich, wie zuerst sogar nur die 7er auf einander treffen. In Kombination damit, dass der UK nach vorne drängt, habe ich sogar das Gefühl, dass durch den versetzten Zusammenbiss die OK-Seitenzähne leicht nach vorn und die UK-Seitenzähne leicht nach hinten gedrückt werden. Das wäre natürlich toll, weil ich neben den Eckzähnen im OK ja Lücken habe und an den UK-Schneidezähnen einen Engstand. Ob diese Kräfte jedoch ausreichend sind, bezweifle ich doch (das sollte ja aber eigentlich auch gar nicht Ziel der Behandlung sein).

In letzter Zeit komme ich auch auf immer bessere Tragezeiten. Ohne es wirklich genau nachgerechnet zu haben, denke ich, konservativ geschätzt, dass ich jetzt eher auf einen Schnitt von 16h komme, statt vorher eher 12h... Das führt zwangsläufig auch dazu, dass ich draußen mal "aus Versehen" Freunde oder Bekannte treffe, wenn ich den Bionator trage. Lange Zeit war ich ja recht panisch, was das betrifft, habe immer Ausschau nach bekannten Gesichtern gehalten und den Bionator dann immer schnell verschwinden lassen. Nachdem ich aber nun 2x quasi überrascht wurde und die Reaktion "0" war (außer vielleicht leichte Irritation, wohl aber eher auf meine etwas ausweichende Art in dem Moment), obwohl sie den Bionator ganz sicher bemerkt haben. Neulich dann im Supermarkt eine Bekannte schon früh gesehen und den Bionator trotzdem drin gelassen (Mutprobe). Da hätte ich ganz sicher damit gerechnet drauf angesprochen zu werden, aber nichts.. Das war ich fast ein Wenig enttäuscht..  ;) Aber letztlich ist es so natürlich toll! So folgt aus diesen Situationen also, dass es mir mittlerweile echt ziemlich egal ist, wer mich mit dem Bionator "erwischt".

Das hat natürlich auch damit zu tun, dass das Sprechen jetzt meist so gut klappt, dass andere wahrscheinlich fast keinen Unterschied mehr hören. Toll finde ich, dass eine lose Zahnspange, die schon durch den Draht vor der OK-Front eigentlich unübersehbar ist und manchmal auch zu hören, derart akzeptiert wird, auch bei einem Erwachsenen. Das gibt Mut, immer wenn weder Kaffee, noch Kippe (oder gar Essen  ;) ) dazwischen funken, das Ding zu tragen! Meine Freundin hat auch überhaupt kein Problem damit, was der Sache natürlich mehr als zuträglich ist.

Bleibt zu hoffen, dass sich da noch mehr tut. Aber selbst wenn die Bisshebung nach 4 Jahren dann nicht ganz geschafft sein sollte, so würde ich die Sache doch nicht bereuen, sondern wäre eher motiviert, sogar nochmal zum konventionellen KFO zu gehen und mir Brackets plus Bite Turbos oder einem Nance-Aufbiss verpassen zu lassen und in dem Zuge auch Engstand und Lücken zu beseitigen. Da würde es mir vom Bionator vollkommen reichen, wenn er eine gewisse Vorarbeit geschafft hätte. Ich weiß jetzt, dass eine Bisshebung bei mir prinzipiell möglich ist und schätze, dass zumindest ein 24h Aufbiss das schaffen würde. Aber vielleicht schafft es ja auch der Bionator...
 
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