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Das muss man sich so vorstellen: Um jeden einzelnen Zahn herum wurde ein "Band" befestigt. "Band" hört sich etwas unpassend an, ich würde es eher als einen Ring bezeichnen. Es sind im Prinzip dieselben, die heute noch bei den Backenzähnen verwendet werden. Nur haben die einzelnen Zähne unterschiedliche Formen und daher gab es die entsprechend geformten Bänder für jede Gruppe von Zähnen. Die Kunst bestand dann darin, für jeden Zahn das passende Band herauszufinden. Es durfte ja nicht zu klein sein, sonst hätte es nicht draufgepasst, und sollte andererseits nicht so groß sein, um gut anzuliegen. Befestigt wurden diese Bänder mit irgendeiner Art Klebstoff (keine Ahnung, das wird schon sowas spezielles gewesen sein) und das Zeug schien dann wohl auch fest zu sitzen. Da die Bänder die Zähne auf der Wangenseite, auf der Zungenseite und dazwischen umschlossen, war eine derartige Spange natürlich ausgesprochen metallreich. Bei den Trägern hat man üblicherweise die Spange sehr leicht wahrgenommen, während oberhalb und unterhalb der Bänder häufig nur schmale weiße Streifen deutlich machten, dass sich innerhalb dieser Vorrichtungen die Zähne des Patienten befanden.
Die Bögen wurden prinzipiell genauso in die Brackets eingelegt wie heutzutage. Aber so einen "neumodischen Kram" wie "Alastics" gab es nicht. Vielmehr wurden die Bögen an jedem Bracket mit einem eigenen, kleinen Draht befestigt.
Aus einer gewissen Entfernung sah das ganze nur noch wie ein unüberschaubarer Drahtverhau aus. Als jemand, der in den Mündern vieler anderer Jugendlicher noch diese monströsen Teile sah, möchte man das, was man uns heute als "Spangen" verkauft, kaum mehr richtig ernstnehmen. Es erscheint wie der dürftige, miniaturisierte Rest einer "echten" Spange.
(Ihr merkt schon, ein bisschen Sehnsucht nach der guten alten Vollbebänderungszeit kommt da zum Vorschein! :'()
 
wie wurden die full bands eigentlich auf den zähnen befestigt?
ähnlich wie die bands die heute an den hinteren zähnen verwendet werden?
 
@bee: Danke für's Mutmachen! :)

@MT: Danke für die Müh'. So in etwa hatte ich mir das erhofft. Mein Engstand ist wirklich minimal. Ich denke, es müsste allerhöchsten 3mm Platz geschaffen werden. Die aus diesem Engstand resultierende Drehung der 1er ist dementsprechend ebenfalls sehr gering.

Es scheint also, ich müsste nur den/die richtige(n) KFO finden... Jedenfalls, wenn ich eine korrekte Autodiagnose durchgeführt habe... ;)

Also danke an alle. Ich werde berichten, wenn's ernst wird.
 
Hab mal ein wenig im Web gesucht. Die Meinungen gehen da weit auseinander. Soweit ich verstanden habe, ist die Behandlung mit einer losen Klammer ansich auch im Erwachsenenalter kein Problem, auch wenn man damit rechnen muss, dass die Behandlung dann in der Regel einiges länger dauert, als bei einem Teenie, wo man noch den Wachstum des Kiefers beeinflussen kann. Natürlich geht diese Form der Behandlung nicht in jedem Fall und liegt in der Entscheidung des KFO. Eine lose Spange ist bei Kieferengstand zum Beispiel eine Sache, da der Kiefer eben schon ausgewachsen ist und man diesen meines Wissenstandes nach nur noch minimal verändern kann, was da aber kaum im vernünftigen Verhältnis zur Behandlung steht, wo nur geringe Chancen einer Besserung bestehen, aber wenn es zum Beispiel nur darum geht, einen Zahn wieder einzugliedern, dann sieht die ganze Sache schon anders aus und macht durchaus Sinn. Allerdings muss man bei einer solchen Behandlung sehr diszipliniert sein, analog der Plattenbehandlung eines Teenies, wodurch Job und andere gesellschaftliche Verpflichtungen zu beachten sind, denn sonst kann man es gleich lassen.

Fixe Klammern sind kein Allheilmittel und werden meine Meinung nach heute viel zu oft nur aus Kosten- und Zeitgründen eingesetzt. So wie ich es sehe, sobald es längerfristige Erkenntnis gibt, werden auch lose Spangen wieder zu ihrem Recht kommen. Ist jedenfalls meine Meinung.
 
Ich würde ja auch gerne nochmal eine KFO-Behandlung machen, bevor ich irgendwann das Implantat setzen lasse.
Dabei würde ich auch lose Spangen vorziehen. Ich finde, es sieht einfach schöner aus. Und wenn man die Möglichkeit zum Herausnehmen hat ist das schon nicht schlecht...
Das Beschleifen der Zähne käme für mich jedoch nicht in Frage, ich glaube bei völlig gesunden Zähnen sollte der Zahnarzt auch davon abraten.

@Raoul Duke: Also, ich war vor ein paar Jahren mit meiner losen Klammer feiern  ;)  8). Ging halt nicht anders...
 
Also, zunächst: Wenn der Preis der Behandlung mit einer losen Klammer das Anschleifen meiner Zähne ist, dann möchte ich das natürlich nicht, zumal es sich wie gesagt eher um relativ marginale Fehlstellungen handelt. Der Kostenpunkt ist durchaus relevant für mich.

Wie ich schon schrieb kenne auch ich sowohl die Behandlung mit fester als auch mit loser Spange. Ich weiß also, worum es geht. Nun ist es so, dass es mir nicht viel anders geht, als den meisten Usern hier. Klar hab ich auch ein Interesse, was sagen wir mal über die rein medizinische Indikation hinausgeht. Dementsprechend ist Invisalign keine Alternative für mich. Die Lingualtechnik ist es ebenfalls nicht, u.a. auch des Aspekts der schwierigen Hygiene wegen. Vielleicht habt ihr mich wegen meines Aktivator-Kommentars etwas missverstanden. Ich habe absolut kein Problem damit, dass die Leute sehen oder hören, dass ich eine Spange trage, nur komme ich mir mit diesem „Monster“ im Mund einfach ein bisschen lächerlich vor.

Ich denke nicht, dass ich Probleme mit der Tragezeit einer „normalen“ losen Spange hätte, da ich keinen 8h-Bürojob habe, sondern Student bin. In der Uni bin ich mir zwar nicht ganz sicher, aber in Freizeit und auch im Nebenjob stellt das für mich absolut kein Problem dar.

Wie auch immer, wenn die lose Spange unmöglich oder unsinnig ist, werde ich mich natürlich für die feste entscheiden, aber glaubt mir, dass mir die lose Variante lieber wäre. Beispielsweise beim wochenendlichen Feiern würde ich doch gern komplett auf Spange verzichten. Auch möchte ich mich nur ungern beim Essen einschränken. Gewisse Sprachschwierigkeiten finde ich dagegen nicht weiter schlimm…


P.S. Den Tragekomfort einer festen Spange empfinde ich im übrigen nicht unbedingt höher als den der losen, aber das ist natürlich Ansichtssache.

P.S. die 2te: Hab gerad nochmal über die Uni nachgedacht: Ich denke in Seminaren würde ich mich etwas schwer tun, aber Vorlesungen und alles andere sind gar kein Problem!
 
@Raoul Duke
Ich kann Trinity nur in jeder Beziehung zustimmen. Eine lose Klammer kann im erwachsenen Alter nicht das leisten, was eine feste bringt. Und bei Vollzeit-Tragedauer ist die feste Klammer ohnehin bequemer. 
Auch ich habe beides hinlänglich ausprobiert und komme zu diesem Schluss.
Natürlich unter der Vorrausetzung, dass ein gewünschtes Behandlungsziel erreicht werden soll. Fake- oder ähnliche Wunschbehandlungen mal aussen vor.

Die feste Klammer ist und bleibt nun mal das Mittel der Wahl, so sehe ich das !

@Marty
Natürlich gab es mitte der 1970er Jahre (also vor 30 Jahren) schon feste Klammern, auch hierzulande.
Und aufgefallen sind sie mir zu der Zeit natürlich auch.


ulfert
 
Raoul Duke said:
FRAGE: Was bedeutet "Stripping" (in Bezug auf KFO-Behandlung  :D)?

Stripping bedeutet das seitliche Abschleifen der Zähne. Ich persönlich würde meine Zähne nicht beschleifen lassen, dann schon lieber eine feste Klammer.

Zu der losen Klammer im Erwachsenenalter: Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich so viel besser ist eine lose Klammer 16-22 Stunden am Tag zu tragen. Wenn man im Berufsleben steht, ist es nahezu unmöglich sie so lange zu tragen, weil man sich dummerweise auch noch mit Menschen unterhalten muss. Ich finde, da quält man sich unnötig mit der losen Klammer rum, die dann unbequemer zu tragen ist aber trotzdem am Tag fast genauso lange drin bleibt, wie die feste Klammer. Ich hatte beides und bevorzuge definitiv(!) die feste Klammer.

Die Kosten sollten bei der festen Klammer nicht allzuviel höher sein. Durch die wesentlich kürzere Behandlungsdauer hat man das Geld schnell wieder drin und vor allem ist man einfach schneller durch mit der Sache, die auf Dauer irgendwann anfängt zu nerven.

Vielleicht wäre eine Alternative Invisalign? Sind zwar auch 'nur' Schienen aber wesentlich besser zu tragen als eine lose Klammer. Oder eben eine Lingualklammer. Es gibt viele Möglichkeiten das ganze auch unsichtbar zu machen, ob das bei Dir im Endeffekt geht, kann natürlich nur ein KFO entscheiden.
 
zumindest bringt die Behandlung mit festen Spangen, dem KFO wohl sehr viel mehr Geld. Ich weiß nicht, ob da jemand Äpfel mit Birnen verglichen hat, aber ich habe gehört, eine Behandlung mit festen Spangen kostet locker das Dreifache.
 
Das hängt natürlich davon ab, welche Korrektur nötig ist und das ist ganz wichtig, ob der KFO was kann.
Ich war zuvor auch bei 3 KFOs zur Betratung und die meinten alle, daß eine Behandlung bei mir als Erwachsener ohne feste Spange absolut unmöglich sei. Einer wollte mir 4 Zähne ziehen, der andere riet mir zu einer UK-OP....
Erst der vierte KFO versuchte es dann mit einer losen Spane. Er konnte mir aber keine Garantie geben, ob es wirklich funktioniert.
Bin jetzt nach 3,5 Jahren fast fertig und das Ergebnis es wirklich gut geworden.

Ich hatte auch einen Engstand und zurückliegende 2er im OK+UK. Das haben wir mit einer Komination aus Dehnplatte und Stripping der Zähne gut korrigieren können.  Mein UK war ca 7 mm zu weit hinten. Auch das hst sich bisher gut damit behandeln lassen.

Ich kann es echt nicht nachvollziehen wenn immer penetrant behauptet wird, daß eine lose Spange im Erwachsenenalter keinen Erfolg mehr bringt.
 
x-bite said:
...sobald Zähne verdreht sind, gehts nur noch mit fester...

Ich kann mir das ja nicht richtig vorstellen, das würde ja bedeuten, dass in DE solche Fehlstellungen, noch vor ca. 30 Jahren gar nicht behandelt werden konnten  ??? Jedenfalls sind mit vor mehr als 30 Jahren, keine feste Spangen aufgefallen. Ist es nicht nur eine Frage, wie aufwendig und groß die Äußere Apparatur gemacht werden muß um einen Hebel anzusetzen? Sicherlich wäre die Behandlungsdauer 8 mal so hoch, in so fern, wäre es auch für die meisten nicht Interessant.

Ich sage sicherheitshalber dazu - ich habe von dem Thema nicht die geringste Ahnung, sondern es ist nur laut gedacht.
 
Ach so und zum Thema Aktivator: Ich find die Dinger unmöglich wie sie permanent im Mund herumtanzen. Ungehemmter Speichelfluss und wohl nur ein Headgear ist optisch aufälliger... Ich glaub, ich würde jede feste, oder fest einsetzbare Apperatur einem Aktivator vorziehen, es sei denn, den müsste ich höchstens 8h tragen, was wohl relativ unrealistisch ist...
 
Ach, ich dachte eigentlich, ich hätte gerade neulich gelesen, dass ein Engstand durch eine Dehnplatte behoben werden kann, und die gedrehten Zähne durch den "Draht" in die Reihe gerückt würden...

Noch ne andere Frage: Eine Multibandbehandlung wird doch sicher auch deutlich teurer, oder?



Nachtrag zum Tiefbiss: Also der ist wohl nicht besonders schlimm, sieht einfach nicht so gut aus..
 
Hallo Raoul!

Erstmal muss ich sagen, dass ich kein Experte bin, kann also auch falsch sein, was ich sage.
Ich glaube, nicht, dass du um die feste rumkommen wirst. Im Oberkiefer könnte es noch gehen mit einer losen. Aber im Unterkiefer nicht. sobald Zähne verdreht sind, gehts nur noch mit fester.
Und was hast du gegen Aktivator/Bionator? Ist ganz ok und angenehm. Weiß ich aus eigener Erfahrung. Die Alternative ist glaub ich ein Herbst-Scharnier. Ich wär da heute auch nicht abgeneigt, aber das ist ein anderes Thema.

wie gesagt, alles nur Vermutungen. Mach doch einfach mal einen ersten Beratungstermin. Den bezahlt glaub ich noch die Krankenkasse. Auch bei Erwachsenen. Dann ist ja noch nix passiert. Dann kannst du immer noch nein sagen.
 

Raoul Duke

Platinum Member
Hallo zusammen,

ich spiele mittlerweile mehr und mehr mit dem Gedanken, mich noch ein zweites mal in kieferorthopädische Behandlung zu geben. In der Jugend wurde bei mir lediglich "das Gröbste" gemacht, so dass mir immer noch ein paar Kleinigkeiten erhalten geblieben sind. Damals hab ich sowohl Erfahrungen mit fester Apperatur (incl. Elastics), als auch mit losen (Doppelvorschubplatten, Bionator) gemacht. Und ich muss sagen, ich hab eigentlich keine Lust mir ein weiteres Mal eine feste "ans Bein zu binden". Ich erkenne all ihre Vorteile an, und auch die Nachteile der losen Apperaturen, jedoch will ich einfach die Möglichkeit haben, in gewissen Momenten ganz ohne Spange auszukommen.

Aber ist die Behandlung eines Erwachsenen mit losen Spangen überhaupt machbar bzw. sinnvoll? Im Unterkiefer habe ich lediglich einen nicht all zu schlimmen Engstand, durch den die beiden mittleren Schneidezähne leicht verdreht sind. Nach allem, was ich bisher gelesen hab, sollte das Problem mit einer Dehnplatte zu beheben sein, oder? Im Oberkiefer habe ich jedoch in der ganzen Front (zwischen den Vierern) Lücken, ca. zwischen 1 - 3 mm. Kann man auch diesem Problem mit irgendwelchen losen Spangen beikommen? Und das dritte Problem, nämlich dass beide OK+UK-Zahnreihen nicht wirklich optimal aufeinander stehen macht wohl einen Aktivator/Bionator (was ist eigentlich der Unterschied?) unvermeidbar, oder? Auf den würde ich ja auch gern verzichten...  :-\

Ich wäre den Experten unter Euch dankbar für ein paar Infos. Und ja, mir ist klar, dass mir das endgültig nur ein KFO sagen kann, der sich bei Gebiss anschaut..

PS: Was ich noch vergessen habe: Außerdem existieren noch marginale Überbleibsel eines Tiefbisses. Auch das deutet wohl auf Aktivator/Bionator hin, oder?
 
Ich mache mal 'Sticky' und habe den Topic Titel noch leicht geändert. Vielleicht finden sich hier zukünftig weitere Informationen im Web, die Patienten nützlich sein können.
 
Marty said:
Könntet Ihr so freundlich sein und Eure Privatgespräche per Personal Message weiterführen - Danke!

Schon recht, und danke. (Auf die Assoziation "Ayrton Senna", Friede seiner Asche, war ich echt nicht gekommen - habe den Namen tatsächlich für weiblich gehalten. Und das mir!). Vet.
 
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