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Ingo said:
Also wenn das so ist, dann sind die Kunststoffbrackets also doch nicht so unauffällig wie sie präsentiert werden. Dann ist es wirklich naheliegend, gleich Metall zu nehmen.

Hallo zusammen,

für mich kamen bei meiner Behandlung Kunststoff- oder Keramikbrackets von vornherein nicht in Frage. Sie sind zwar unauffälliger aber halt nicht unsichtbar.

Mindestens zwei Bekannte/Freundinnen haben ihre Wahl für die unauffälligeren Brackets bereut, weil die neugierigen oder auch nur interessierten Mitmenschen halt noch mehr hinschauen; die wollen halt sehen, was da mit/auf den Zähnen ist; spätestens beim Einsatz von nicht-zahnfarben-ummantelten Bögen ist der Vorteil der Unauffälligkeit eh hinüber. Da ist man mit den Metallbrackets schon "besser" dran, weil für die Leute (s.o.) von Anfang an Gewissheit darüber besteht, was Sache ist.

Ich glaube, dass alle Behandlungen, die auf herausnehmbaren Geräten beruhen, nachteilig zu bewerten sind. Das Einsetzen und Herausnehmen, das bewusste oder unbewusste Vergessen etc. reduziert die Wirkungszeiten der Behandlungskräfte. Da haben Brackets, Herbst & Co. deutliche Vorteile; abgesehen davon kann man mit Brackets Zähne sehr individuell an die richtige Position bzw. in die richtige Stellung bewegen.

Die einzig unsichtbare Bracketbehandlung stellen Lingualbrackets dar, wobei auch diese mit der Beeinträchtigung des Mundinnenraums, einem möglichen Wundwerden der Zunge und den aufwändigeren und zeitintensiveren Sitzungen beim KFO auch eindeutig ihre Nachteile haben.

LG, Simone
 
Es gibt aber auch eine Befürworterin herausnehmbarer Spangen, die sagt, dass mit ihnen die allermeisten Korrekturen ebenfalls möglich sind: http://www.sanfte-zahnklammern.de.
Weiß ich doch, kenn ich gut. Recht hat sie ja auch. Aber auch herausnehmbare Platten sehen bei richtig schiefer Zahnstellung mit komplizierter Platte und Drähten schlimm aus. Und ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand mit loser Zahnspange gut sprechen kann, ohne dass es bemitleidenswert klingt.
Also Wirkung gut, Zahnpflege gut, Aussehen und Aussprache aber schlecht. Wunde Stellen? Druckstellen evtl.

Im Erwachsenenalter ist das non-compliance-System zwar auch ok, aber anbieten könnte man lose Spangen zumindest (wenn man die Feritgkeiten als KFO beherrscht.) Schließlich müssen fast alle selber zahlen, da überlegt man sich ja, ob man fleißig trägt oder schlampt.
 
laluna said:
Pluspunkt für Metall  ;)

Also wenn das so ist, dann sind die Kunststoffbrackets also doch nicht so unauffällig wie sie präsentiert werden. Dann ist es wirklich naheliegend, gleich Metall zu nehmen.

Und außerdem gibt es ja noch die herausnehmbare Spange. Angeblich kann man mit Übung auch gut damit sprechen und zum Essen kann man sie sowieso raustun. Leider werden sie bei Erwachsenen kaum verwendet, liegt vor allem daran, dass Bracketsysteme halt doch weiter entwickelt wurden und man deswegen mehr mit ihnen machen kann.

Es gibt aber auch eine Befürworterin herausnehmbarer Spangen, die sagt, dass mit ihnen die allermeisten Korrekturen ebenfalls möglich sind: http://www.sanfte-zahnklammern.de.
 
Na, das ist ja mal ein topaktuelles Video. Sowas hatte ich doch damals schon gesucht über den Carriere-Distalizer. Schön. Ja, das wär akzeptabel. Aber es geht ja auch mit HG, dann hat man noch nicht mal die "Stäbchen" und es dürfte deutlich günstiger sein.
Aber frag mal ´nen KFO nach Carriere-Distalizer. hä? Was ? Ähnlich wie mit Crozat. Wie heißt das? Nie gehört.

Wen sie aber dennoch stört, der sollte Kunststoffbrackets nehmen, die offenbar regelmäßig, sozusagen gleichberechtigt, angeboten werden. Ich denke, vor allem die zahnfarbenen Bracketsystem sind wirklich unauffällig.
Angeboten werden sie. Aber man sieht es trotzdem immer. Sie verfärben sich, sich haben andere Farbe als die Zähne, die Gummis verfärben sich, der weißummantelte Bogen blättert. Und dass es zu Beginn immer krumm und schief aussieht, bleibt, der Bogen verläuft im zickzack. Auftragen tun sie genauso und kratzig sind sie ebenso. Bringt also nicht viel. Man muss beim Essen noch mehr aufpassen wegen der Verfärbungen durch Tomate, tee, Kaffee, Karotte, Rote Beete und Curry - also immer.
Pluspunkt für Metall  ;)

Man kann nicht erwarten, dass die Zähne bewegt und die Form des Gebisses verändert wird und das alles völlig unsichtbar ist.
Doch, warum nicht? Man bezahlt viiieeel Geld dafür.

Tja, mal sehen, wie es sich für mich ergibt, bis die Zähne stehen, wo sie hingehören.
 
Die Ästhetik der Metallbracketsysteme wird man in unserem Forum hier nicht kritisieren wollen oder dürfen. Wen sie aber dennoch stört, der sollte Kunststoffbrackets nehmen, die offenbar regelmäßig, sozusagen gleichberechtigt, angeboten werden. Ich denke, vor allem die zahnfarbenen Bracketsystem sind wirklich unauffällig. Was will man mehr? Man kann nicht erwarten, dass die Zähne bewegt und die Form des Gebisses verändert wird und das alles völlig unsichtbar ist.

laluna said:
Das ist zum Beispiel bei den Schienensystemen mit Höckern drunter viel besser: ist glatt und fällt weniger auf.
Überhaupt finde ich ja für die vorderen Zähne das Arbeiten mit durchsichtigen Schienen besser. Das kann man im übrigen mit einzelnen Brackets (schiefer Backenzahn) oder aufgeklebten "Knöpfchen" und auch Gummizügen kombinieren. Das finde ich kreativ.

Genau das sehen wir hier: http://www.youtube.com/watch?v=Q3YbWQREd_o

Man sieht zwar die Gummis, aber weder der Carriere-Distalizer noch die durchsichtige Schiene im UK bedeuten eine nennenswerte optische Störung. Der Carriere-Distalizer ersetzt hier wohl auch eine Außenspange. Dennoch, denke ich, muss eine Außenspange kein Problem sein. Offenbar tragen ihn die Patienten generell nur zuhause. Ansonsten dürfte es für manche Patienten auch kein größeres Problem sein, die Außenspange in der Öffentlichkeit zu tragen. Da ist dann immer der Arzt gefragt, hier besonders darauf zu achten, was er seinen Patienten zumutet. Während der eine kein Problem hat, damit auf die Straße zu gehen, ist für andere Patienten der Headgear absolut undenkbar.

Was die Entfernung der Brackets anbetrifft, so sollen die Metallbrackets hier zuverlässiger sein. Bei den Kunststoffbrackets könne es nämlich vorkommen, dass sie beim Entfernen brechen und ein Teil auf der Zahnoberfläche bleibt, wo er dann mühsamer zu entfernen ist als wenn man das ganze Bracket greifen kann.

 
Selbst wenn nicht alles mit Crozat-Geräte zu schaffen ist, so ist es doch schön, dass zumindest ein größerer Teil deiner Behandlung damit möglich ist.

Sicherlich gibt es viele andere Patienten, bei denen Crozat-Geräte auch sinnvoll wären. Wenn sie so wenige Einschränkungen mit sich bringen, wie du beschreibst, dann sollten sie eine größere Verbreitung und einen höheren Stellenwert haben. Leider aber werden wohl meist nur die Standardmethoden angeboten. Wieviele Erwachsene verzichten auf eine Behandlung, weil sie feste Spangen grundsätzlich ablehnen, dabei könnte ihnen mit einer Crozatbehandlung vielleicht geholfen werden.
 
Erfahrungswerte vom Crozat-tragen:

Geht gut! Es bewegt sich was, die Seitenzähne sind alle 3 mm auseinandergewandert, es gibt mehr Platz! Es ist immer noch so komfortabel wie zu Beginn, ich bin begeistert. Bin mir nur nicht sicher, ob alle weiteren erforderlichen Zahnbewegungen auch damit zu schaffen sind. Ich hoffe, dass die Crozats zumindest im Groben Vorarbeit leisten.
Nur Geduld. Die muss man mitbringen.

Aber: keine Einschränkungen, Lachen wie immer, Putzen wie immer, Essen wie immer, keine wunden Stellen im Mund, ich seh so schön aus wie immer 8), Sprechen wie immer, keiner hat´s gemerkt und somit hat es keinen interessiert.
Scheint aber eh für die meisten kein interessantes Thema zu sein.
 
Und die Behandlung mit Brackets ist eben diejenige, die am meisten entwickelt wurde und daher faktisch Standard ist. Ich denke auch, mit Recht. Und man muss sagen, dass das Basisgerät (nur Brackets und Bögen) nicht viel Platz benötigt - man muss z.B. nicht ständig eine Kunststoffplatte im Mund tragen.
Das stimmt. Mit Brackets und den verschiedenen Bögen, event. noch mit Gummizügen, die zusätzlich besfestigt werden, kann man die Zähne am genauesten bewegen und ausrichten.
Aber mal ehrlich: An der Ästhetik und Haptik (Gefühl des Brackettragens-wundwerden der Wangen/lippen) kann ja wohl noch einiges verbessert werden. Da sind bunte Gummis ja nur eine schnelle Ruhigstellung.

Das ist zum Beispiel bei den Schienensystemen mit Höckern drunter viel besser: ist glatt und fällt weniger auf.
Überhaupt finde ich ja für die vorderen Zähne das Arbeiten mit durchsichtigen Schienen besser. Das kann man im übrigen mit einzelnen Brackets (schiefer Backenzahn) oder aufgeklebten "Knöpfchen" und auch Gummizügen kombinieren. Das finde ich kreativ.
Was auch wegfällt: Bracketkleben und -entfernen auf Schneidezähnen. Hätte da mehr Schiß als bei den Backenzähnen, dass die beim Runterpolieren nach der Entnahme den Zahnschmelz schädigen.
 
laluna said:
Minipins (Knochenschrauben – klingt gar nicht mehr so harmlos) halte ich für Körperverletzung, auch auf Grund der Gefahren, die noch nicht absehbar sind, falls Bakterien bis in den Knochen einwandern. Manch ein Patient mag das nicht gleich überblicken, aber so etwas als KFO anzubieten, weil es der neueste Methode ist und sich mit viel Geld abrechnen läßt, finde ich schon armselig.
Absolut! Sehe ich ganz genauso, würde ich absolut nicht empfehlen.

laluna said:
Generell würde ich mehr handwerkliche Kreativität vom KFO erwarten, wie man die Ziele am angenehmsten für den Patienten erreichen kann.
Ja sicher, hier ist es wie in vielen Bereichen: Die Industrie denkt vor, verbreitet ihre Produkte. Und die Ärzte, die noch selber denken wollen, tun sich schwer. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass es noch viele gute Ärzte gibt, die den für den einzelnen Patienten optimalen Weg suchen und dafür auch mal die ausgetretenen Wege verlassen. Diese Ärte zu finden ist freilich die Kunst!

laluna said:
Brackets finde ich praktisch, aber überhaupt nicht schön. Das hübsche Zahnspangengrinsen auf den Fotos stellt sich für den Patienten ja erst am Ende seiner Behandlung ein, vorher ist es eher der Zickzackdrahtverhau, und bei geschlossenen Mund sieht es oft auch nicht mehr schön aus.
Und die Behandlung mit Brackets ist eben diejenige, die am meisten entwickelt wurde und daher faktisch Standard ist. Ich denke auch, mit Recht. Und man muss sagen, dass das Basisgerät (nur Brackets und Bögen) nicht viel Platz benötigt - man muss z.B. nicht ständig eine Kunststoffplatte im Mund tragen.
 
@kreide
Dr. Crozat hat die Spangen auch immer zum Essen tragen lassen. Das war ihm ganz wichtig.
Das kann nicht sein. Durch die Bauweise der Crozatspangen gibt es Drähte zwischen den Backenzähnen, wie bei Platten auch. Die stören beim Kauen und würden sich abnutzen, das heißt, man würde den Draht durchkauen nach und nach. Und man würde mit den enromen Kräften, die man beim Kauen aufbringen kann, die Spange verbiegen.
Jeder, der schon einmal eine lose Spange hatte, wird die Gefahr kennen.
 
Wahrscheinlich ist es auch gar nicht so wichtig, wie alt oder neu oder verbreitet eine Behandlung ist, wenn sie ihren Sinn erfüllt und für den Patienten ertragbar ist.

Bin ja jetzt auch wieder einige Monate klüger als zuvor. Während ich über Möglichkeiten meiner Behandlung nachgedacht habe,  hab ich für mich eine Bewertung der Methoden und Apparaturen gefunden.

Den Headgear halte ich inzwischen sogar für ein taugliches, noch zeitgemäßes Mittel. Rein optisch, ästhetisch oder praktisch schneidet er zwar immer noch schlecht ab in meinen Augen (das mögen hier viele anders sehen…  ;) ) , aber wenn man ihn nicht in der Öffentlichkeit tragen muss, und weil er ja herausnehmbar ist, finde ich das eine gute Methode zum Distalisieren  (Backenzähne nach hinten schieben). Im Vergleich zu den Alternativen Pendulum oder Pin-Verankerung, Herbst-Varianten bietet der HG je nach Lebensumständen des Patienten mehr Komfort. Das Zähne putzen ist nicht erschwert, die Aussprache auch nicht, man hat nicht den Mund voller Metall (+evtl. wunde Stellen) und man kann es auch selbst wieder rausnehmen, wenn man so nicht gesehen werden will.

Minipins (Knochenschrauben – klingt gar nicht mehr so harmlos) halte ich für Körperverletzung, auch auf Grund der Gefahren, die noch nicht absehbar sind, falls Bakterien bis in den Knochen einwandern. Manch ein Patient mag das nicht gleich überblicken, aber so etwas als KFO anzubieten, weil es der neueste Methode ist und sich mit viel Geld abrechnen läßt, finde ich schon armselig.

Brackets finde ich praktisch, aber überhaupt nicht schön. Das hübsche Zahnspangengrinsen auf den Fotos stellt sich für den Patienten ja erst am Ende seiner Behandlung ein, vorher ist es eher der Zickzackdrahtverhau, und bei geschlossenen Mund sieht es oft auch nicht mehr schön aus.

Generell würde ich mehr handwerkliche Kreativität vom KFO erwarten, wie man die Ziele am angenehmsten für den Patienten erreichen kann.
 
Kann ein Herbst-Scharnier in jedem Alter eigesetzt werden, also auch bei Erwachsenen, bei denen das Wachstum längst abgeschlossen ist? Ist ein Herbst prinipiell eine Alternative zum HG?
@zahnspange: Wie lange musstest Du das Herbstscharnier tragen? Ich habe mir gerade in youtube ein paar Videos angesehen, in denen Patenten ein Herbst eingesetzt wurde. Ist schon ein ganz schönes Teil. Gewöhnt man sich wirklich so schnell an das Gerät? Ich weiß zwar nicht, ob ein Herbst für mich überhaupt in Frage käme, würde mich aber schon reizen, eines eingebaut zu bekommen... Gruß Mark
 
Ich glaube gerade als Erwachsener sollte man so couragiert sein, seinen Headgear auch in der Öffentlichkeit zu tragen. Gerade die verstohlenen Blicke Anderer darauf machen doch den Reitz aus. Also ich würde es schon probieren.
Nur Mut zahnspange!
 
Hmm ich gehe nicht davon aus, dass ich den HG rund um die Uhr oder in der Oeffentlichkeit tragen muesste. Die durchschnittliche Tragezeit liegt ja bekanntlich bei 14 Stunden und das kann man gut zuhause erledigen.
Beim Herbst hat mich gestoert, dass man sich relativ schnell daran gewoehnt hat und es eigentlich nicht mehr wahrnimmt. Ausserdem macht er wunde Stellen in Mund.
 
Im Prinzip ist nur die Frage, ob du bereit bist, den Headgear in der Öffentlichkeit zu tragen. Wenn du das nicht möchtest, dann wird dir das Herbst viel Stress ersparen. Es dürfte unbequemer sein, aber niemand wird dich auf der Straße deswegen anglotzen.
 
Na, ja, ich weiß nicht so recht. Als Erwachsener in der Öffentlichkeit einen HG zu tragen erfordert schon einiges an Überwindung. Das Auffällige ist das Heftige am HG, finde ich. Von der optischen Auffälligkeit mal abgesehen ist der HG aber nicht schlimm zu tragen, da man im Mund ja nur einen glatten Bogen hat. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich das Herbst wählen, auch wenn ich es bestimmt nicht angenehm zu tragen sein wird, da ich vermutlich den HG nicht ausreichend lange am Tag tragen könnte.
 
Hallo zahnspange,
das ist glaube ich die beste Entscheidung, gerade weil Du ein Herbst schon mal hattest.
Ich freue mich mit Dir, und bitte Berichte weiter.
 
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