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Author Topic: FKO vs.CMD (deutlich über 40): Ja, es geht! (Akti/Bionator)  (Read 4887 times)

Offline Veterano

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FKO vs.CMD (deutlich über 40): Ja, es geht! (Akti/Bionator)
« on: 23. October 2015, 07:30:40 AM »
Liebe Mitstreiter,

ich bin wieder mit im Boot. Vorab meine Entschuldigung bei allen, denen ich unter diesem oder ähnlichen Namen früher arrogant oder sonstwie nervig begegnet war. (Besonders bei der lieben Motzkuh.) Danke auch an Marty, daß ich überhaupt wieder mitmachen darf. Das Leben hat mich inzwischen weiter abgeschliffen.  ;D

KFO-Status quo ante: Ich war im Langzeit-Retaining mittels (wechselnd intensiv getragener) Platten, als mich 2011 das Schicksal in Form schwerer Parodontitis-Schübe ereilte. Die Einschläge unten blieben randständig (hinterste Molaren). Die im OK zeitigten verheerende Wirkungstreffer.

Ich hörte damals mit dem Rauchen auf (bis dato viele Jahre fast Kettenraucher), denn es hatte stark zu der Misere beigetragen. Und begann, die verbliebenen Zahnreihen durch 24/7-Tragen neuer Retainer-Platten zu stabilisieren. Allein schon der schmerzhafte Lippendruck auf einen oberen Quadranten legte das nahe.

Lehre daraus: "Ich trag' ne Zahnspange, und keinen juckt's"! Wertvolle Erfahrung, die ich auch erst einmal machen mußte. Bei den meist vorab informierten Leuten meines Umfelds, ganz wie hier auch von anderen empfohlen, kamen kaum Fragen auf. Wobei die Spange sichtbar, aber kaum hörbar war.

Seit Ende '11 war mir klar, daß das nicht der Weisheit letzter Schluß sein würde. Mehrere heftige Nachsäuberungs-OPs am Kieferknochen folgten Anno '12 und '13. Doch die fällige Gesamtsanierung verschob sich wieder, als im Sommer '14 noch ein anderer Schicksalsschlag die Rückseite meines Körpers erwischte, durch den längere ZA-Stuhl-Sitzungen vorerst ausfielen.

Im Waschzettel zur ambulanten OP stand damals sogar: "Zahnspange bleibt drin". Und zwar die Retainer-Platten, als Schutz gegen mögliche Schäden durch den Anästhesie-Schlauch zur Luftröhre. Kurzum, die rückwärtige OP habe ich gut überstanden, aber die Erholung zog sich bis ins Frühjahr 2015 hin. Dann erst war an die große Sanierung mittels Implantat, Keramik und Brückenbau zu denken, die ich im OK vor mir herschob.

Unterbrochen durch Schicksalsfügungen ganz anderer Art, habe ich diese Sanierung im Sommer durchgezogen. Ja, sie war hart, und ja, sie war teuer. Gleichzeitig war ich mir aber bewußt: Obwohl danach ein Teil meiner OK-Zähne aus Keramik bestehen würde, so würde mein porös gewordener Kieferknochen weiter nach Retention rufen.

Und ich stellte mir die Frage: Wenn schon neue Spangen, warum nicht zugleich einen funktionskieferorthopädischen Anlauf unternehmen, um den ewigen CMD-Schmerzen und Beschwerden zu begegnen, die von meiner schiefen Halswirbelsäule und überhaupt von meinen muskulär-skelettalen Haltungsproblemen ausgehen!? Davon hatte ich vorher schon gelesen, ohne recht zu wissen, wie ernstzunehmen es sei. Hoffnungen hatte ich genug, wie jeder chronisch Schmerzleidende. Aber gehöre ich technisch noch zur Zielgruppe...?

Vorweggenommen: Ich entpuppte mich als Paradefall der Zielgruppe. Und: das funktioniert wirklich und wahrhaftig!!! Sofern man den richtigen Behandler findet. Schon mit dem Konstruktionsbiß aus Wachs, den der von mir Ausersehene vor Abschluß meiner Sanierung an dem Kau-Provisorium in meinem Mund abformte, konnte meine sehr gute Physiotherapeutin dramatische Verbesserungen im HWS- (Halswirbelsäulen-) und im Lendenbereich feststellen. Mein Becken steht damit auf einmal gerade, meine Beine sind gleichlang etc., nur weil ich mit dem Aktivator plötzlich nicht mehr im Kiefergelenkbereich presse, knirsche und Muskeln verspanne. Heureka!!!!! Und das ist erst der Anfang.

Meine Physiotherapeutin, deren besondere Fähigkeiten mein neuer Kieferorthopäde gleich intuitiv erfaßt hatte (und die er mir verschreiben kann), ist gleich Teil seines "ganzheitlichen" Konzepts geworden. Das gehört unbedingt dazu! Euch hier könnte sogar noch mehr interessieren: Ich trage seit Anfang des Monats einen Aktivator mit Bionator-Funktion. Oder, anders gesagt, einen Bionator in der Bauform eines Aktivators. ;-) Es tut gut. Es tut mir gut.   :D ;D

Langes Posting schon bis hierher. Mehr später, auch gern auf Eure Anfragen.  :D

VG,
Veterano

Offline Maz73

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Re: FKO vs.CMD (deutlich über 40): Ja, es geht! (Akti/Bionator)
« Reply #1 on: 23. October 2015, 08:47:22 AM »
Hi,

welcome back!

Mal ne Frage, mich ereilt demnächst auch ne Behandlung wegen ner Kieferfehlstellung, die eigentlich schon bei den letzen 2 Malen Spange tragen hätte behoben werden sollen ... isses aber nicht.

Jetzt soll wegen der Halswirbelsäule und der Kieferfehlstellung behandelt werden. Wie ist dem KFO erstmal zweitrangig. Man kann es z.T. protetisch machen, was ich nicht will. Mit fester Spange, was er meint dass das eigentlich keiner möchte - wenn der wüßte ;o) Oder herausnehmbar, was mir ehrlich gesagt nicht so recht wäre - nicht so mein Fetisch, zumindest nicht so, dass ich tagsüber damit rumlaufen könnte (ja ich weiß das sagt jeder).

Wie lange trägst Du den Aktivator, dass er Erfolg hat pro Tag, wie lange insgesammt und wie ist es mit dem sprechen?

Offline Klammerfan

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Re: FKO vs.CMD (deutlich über 40): Ja, es geht! (Akti/Bionator)
« Reply #2 on: 23. October 2015, 10:12:02 AM »
Hallo Veterano,

willkommen im Club! Ich kann Dir nur zustimmen! Auch ich habe bisher mit meiner Behandlung im Erwachsenenalter mit einem FKO-Gerät (Federaktivator) überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Wie oft trägst Du Dein Gerät? Ich trage die Klammer ständig und nehme sie nur zum Essen heraus. Nach einer Eingewöhnungszeit geht das inzwischen ganz gut (ausführlich s. "Federaktivator")...
Frage: Was ist ein "Bionator in der Bauform eines Aktivators"? Ist das so etwas ähnliches wie ein Bimler-Gerät (hatte mein Bruder früher vor seiner festen Spange)? Wie geht es mit dem Sprechen?
Gruß Kf

1. Behandlung (Schulzeit): aktive Platten OK+UK, dann Doppelspange (1. Kinetor; 2. Funktionsregler / Fränkel-Gerät)
2. Behandlung: aktive Platten OK+UK, Federaktivator, z.Zt. Funktionsregler

Offline motzkuh

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Re: FKO vs.CMD (deutlich über 40): Ja, es geht! (Akti/Bionator)
« Reply #3 on: 23. October 2015, 23:35:16 PM »
Vorab meine Entschuldigung bei allen, denen ich unter diesem oder ähnlichen Namen früher arrogant oder sonstwie nervig begegnet war. (Besonders bei der lieben Motzkuh.)

Hallo Veterano,

ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass du mir nervend begegnet wärst. Ich hab auch grad ein paar Postings durchgeschaut und keine Hinweise darauf gefunden.
Entweder du irrst dich oder ich habe etwas versäumt...

Egal wie: Welcome back!

Motzkuh

Offline Veterano

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Re: FKO vs.CMD (deutlich über 40): Ja, es geht! (Akti/Bionator)
« Reply #4 on: 24. October 2015, 08:32:37 AM »
Hallo an alle,

danke für das freundliche Willkommen, allerseits! [Ist schon eine Weile her, Motzkuh. Kann also auch sein, daß ich ein Unterforum nicht ganz richtig in Erinnerung hatte, in welchem ich glaubte, mal jemandem ins Handwerk geschwatzt zu haben. Um so besser, wenn nicht Dir. ;-) ] Ihr stellt mir Fragen, die ich gerade jetzt etwas gründlicher beantworten will.

Maz, das mit dem HWS-Problem klingt fast nach meiner Geschichte. Nur daß ich nicht die Wahl hatte. Ich mußte *erst* einige Zähne erneuern lassen (also prothetisch, aber ich hasse dieses Wort). Damit mir *dann* auch noch kieferorthopädisch zu helfen war! Gott sei Dank. Ich bin wirklich noch zu jung für Generation Protefix. Ich bin immer noch Generation Kukis.  ;D   

Seit ich das bestätigt bekam, hat es mir psychisch durch die Endphase der Renovierung beim Implantologen etc. doch merklich hinweggeholfen, wieder einer Zahnspange entgegenzusehen. Auch ohne das F-Wort zu bemühen: mir ist ja bewußt, daß ich zu der Schnittmenge gehöre, die schon noch medizinisch indizierten Kfo-Behandlungsbedarf hat - und Gründe, sich darüber zu freuen.  8)

Ich persönlich habe keinen Ehrgeiz mehr auf Festsitzendes. Das habe ich von 21 bis 25 mit allem Zipp und Zapp durchexerziert, damit bin ich fertig. War damals richtig, klar, sonst wäre meine Ausgangslage heute noch viel schlimmer. Jetzt war ich nur zu fast allem bereit, was herausnehmbar und schlüssig zu begründen war. Aber ich gebe zu, daß ich von Berufs wegen Freiheiten genieße, die sich vielleicht nicht jeder nehmen kann. Ob ich lisple und nuschle, kann mir karrieretechnisch egal sein.

Damit zu Euren Kernfragen, Kf und MAZ. Die aber nicht ohne Zweifel zu beantworten sind! Als Lebens-Tragezeit sind wohl mindestens fünf Jahre veranschlagt, in denen sich mein Kfo klar als mein Behandler fühlt. Jedenfalls, wenn ich seinen ganz unverbindlichen Vorschlag für die Kontrolltermin-Intervalle (je nach Gusto 8 Monate, oder 6, oder mehr, oder weniger...) mit der Anzahl der im HKP vorgesehenen Termine multipliziere. Tatsächlich ist das Ende aber völlig offen. Mit mehr oder weniger dichtem Kontakt zum Behandler werde ich den Aktivator wohl mein Leben lang weitertragen. Die Intensität bleibt irgendwann mir überlassen.

Also: Bei erwachsenen CMD-Patienten ist doch mehr Selbstverantwortung gefragt als bei der adoleszenten FKO-Zielgruppe, deren ganzes Kiefergefüge noch zurechtgeschoben werden soll. Wirklich klare Vorgaben für die Tagestragezeit habe ich auch nicht bekommen. Man gab mir den üblichen Flyer für Akti-Träger mit, der von 14 Stunden spricht. Der Doc selbst sprach sinngemäß von Schlafenszeit plus x, von 10 bis 12 Stunden, da mögliche Kieferumformungen in meinem Fall gar nicht gewollt seien. Meine Physio riet mir, übermäßiges Tragen im Hinblick auf drohenden Muskelkater zu meiden, wenn sich die Kau- und HWS-Muskulatur unweigerlich umbaut.

Nun habe ich aber zur Zeit reichlich Situationen mit besonderen physisch-psychischen Herausforderungen, die sonst zu den schädlichen Verkrampfungen, zum Pressen und Knirschen führten. Da ist das Akti-Tragen klar indiziert. Überhaupt fühle ich mich in der Anfangszeit herausgefordert, so viel Tragezeit wie möglich zu schaffen, um das Fremdkörpergefühl gleich auszuschalten und das Sprechen zu trainieren. Leitgedanke: was sich gut anfühlt, tut auch gut. Muskelkater stellte sich nicht ein. Auch nicht die Irritationen durch den zweiten Labo, vor denen mich der Kfo gewarnt hatte - da war ich wohl doch desensibilisiert genug. Überhaupt war er auf praktisch alle meine Vorstellungen bei der Bauform eingegangen.

Also: Ich führe seit Beginn Buch und komme auf Tragezeiten deutlich über der Forderung meines Kfo. Selten unter 18 Stunden, meist über 20! Ich bin also noch nicht bei dem 24/7 wie Du, Kf, aber annähernd. Klare Muskelreaktionen sind spürbar, aber nicht unangenehm. Beim Herausnehmen hält sich mein UK immer mehr von selbst im "Sonntagsbiß". Irgendwann gleitet er dann doch zurück in die Ausgangslage, und das fühlt sich richtig falsch an. Ist das bei Dir auch so, Kf? Dagegen empfinde ich es überhaupt nicht mehr als unangenehm, den Akti drinzuhaben.

Der zusätzliche Speichelfluß ist beim Tragen in Ruheposition fast schon weg. Jedoch tritt er noch auf, wenn ich artikuliere. Das zu Eurer Hauptfrage, Maz und Kf. Ich werde verstanden, habe die Klammer auch schon zu so etwas wie Fachkolloquien getragen, aber öfters gibt's noch Rückfragen. Das gedämpfte Nuscheln und Lispeln wird natürlich nie ganz verschwinden, solange ich diese Art Spange trage. Üben hat geholfen, es darf aber noch wesentlich besser werden.

Das Schöne daran: Mit meiner Freundin habe ich darüber schon viel gelacht. Sie übt das "Bienen-S" und das "Schlangen-S" mit mir.  :D  Ich danke dem Himmel für eine Partnerin, die mich jetzt so vorbehaltlos unterstützt wie bei meiner vorigen (im Vergleich belanglosen) Spange. Und bei meinen zwischenzeitigen Op-Phasen! Überhaupt geht wohl nichts ohne Freunde, Familie, Partner, die einen in solchen Lebenslagen mittragen.

Ich schätze, Ihr könnt das bestätigen. Was meint Ihr aber (besonders Du, Klammerfan), zu der möglichen Gefahr des übermäßigen Tragens? Hat man Euch auch gewarnt? Ist momentan meine einzige Sorge. Aber ich hoffe, von meinem Kfo beim nächsten Termin bestätigt zu bekommen, daß das alles soweit richtig läuft.

Ach ja: ein "Bionator in der Bauform eines Aktivators", das ist ganz einfach ein Aktivator. Nur daß er nicht "aktiviert" wird. Ich trage ihn also wie die meisten CMD-Patienten den Bionator. Nur, daß ich wegen meiner Vorgeschichte zusätzlich auf Dauer-Retentions-Vorrichtungen bestanden habe. Also bot sich mit dem zweifachen Labo und jeweils den Stützfedern von hinten ein klassischer Aktivator an, das Corpus oben leicht geöffnet, sonst ziemlich viel Substanz. Stört mich aber nicht. :-)

Viele Grüße,
Veterano


Offline Klammerfan

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Re: FKO vs.CMD (deutlich über 40): Ja, es geht! (Akti/Bionator)
« Reply #5 on: 26. October 2015, 17:55:22 PM »
Hallo Veterano,
da hast Du Dir ja einiges mit Deinem Aktivator vorgenommen, mindestens 5 Jahre und länger, das ist schon ganz ordentlich, auch wenn es kein Rund-um-die Uhr-Gerät ist wie bei mir. Aber Du scheinst ja schon ganz gut damit zurechtzukommen.
Mein Federaktivator ist ja eine spezielle Klammer zur Behandlung von Kiefergelenkproblemen (nach dem Erfinder auch als Sander-Apparatur bezeichnet), die mir von meinem KFO verpasst wurde. Das ständige Tragen stört mich (nach entsprechender Eingewöhnung) nicht mehr.  Die UK-Lage hat sich nach einem guten halben Jahr mit der Klammer schon ganz gut normalisiert, ich kann aber gar nicht sagen, ob sich daran ohne Spange wieder etwas ändert, da ich das Gerät ja praktisch ständig trage. Die Tragezeit wurde von anfänglich einigen Stunden am Tag schrittweise auf die 24/7 gesteigert.  Ich halte mich damit an die Anweisung meines KFO, der der Ansicht ist, dass man ein Gerät eigentlich nicht zuviel tragen kann. Wahrscheinlich würde er am liebsten allen Patienten ständiges Tragen verordnen.  Muskelkater oder andere Probleme hatte ich nicht, nur ein eigenartiges Gefühl  in den Kiefergelenken, besonders in der Anfangsphase, das schwer zu beschreiben aber nicht unangenehm ist. Jetzt ist das Gerät nur nach dem Aktivieren kurzzeitig etwas unangenehm, aber das normalisiert sich schnell. Und morgens habe ich regelmäßig den typischen Spangen-Geschmack, der etwas lästig ist und den ich auch von anderen Geräten kenne. Ist das bei Dir auch so?
Zum Sprachtraining hat sich lautes Lesen bewährt, damit konnte ich das typische Klammer-Nuscheln stark eindämmen. Ganz bekommt man es ja nicht weg, aber mein KFO war bereits nach dem ersten  Kontrolltermin regelrecht erstaunt, wie gut es doch geht. Er hat dafür einen speziellen Text mit vielen s-, z- und sch-Lauten, den man laut vorlesen muss.
Was die Motivation betrifft, hast Du vollkommen recht, dass dabei die Umgebung eine wesentliche Rolle spielt. Ich kann mich dabei besonders auf meinen Bruder verlassen, der ebenfalls in Behandlung ist.
Jetzt noch einIge Fragen: Wo ist denn bei Deiner Klammer der zweite Labo angebracht? Und was sind das für Stützfedern, von denen Du sprichst? Liegt Dein Aktivator eigentlich lose im Mund? (Meine Klammer ist im OK und UK straff an den Zähnen fixiert.). Schrauben oder Federn zum Verstellen gibt es nicht, richtig?

Viele Grüße
KF
Gruß Kf

1. Behandlung (Schulzeit): aktive Platten OK+UK, dann Doppelspange (1. Kinetor; 2. Funktionsregler / Fränkel-Gerät)
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Offline Veterano

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Re: FKO vs.CMD (deutlich über 40): Ja, es geht! (Akti/Bionator)
« Reply #6 on: 28. October 2015, 08:23:25 AM »
Hi Klammerfan,

stimmt, das ist ein Dauerprojekt.  ;D Noch andere Hinweise von meinem Kfo, die ich hier nicht so wörtlich wiedergeben wollte, lassen mich glauben, daß mich mein Akti für den Rest meiner Tage begleiten wird. Notfalls sogar ohne meinen heutigen Kfo, der das Gerät zu fallweisem Einsatz selbst - inoffiziell - über viele Jahrzehnte veranschlagt. Gut, ich habe nämlich noch viele Jahrzehnte zu leben vor! ;-)

Wie ich meine, mit Akti. Es sei denn, ich ziehe dem Akti irgendwann die Notbremse. Aber danach sieht nichts aus! Meine Physio hat gerade erst mit Staunen bestätigt, wie er mich zumindest oberhalb des Kiefergelenks von Verspannungen und Blockaden befreit - trotz der Möbeltransportaktion, bei der ich mich letzte Woche klar übernommen hatte. Unterhalb ist die muskuläre Reaktion desolat. Mein Aktivator wird hoffentlich auch noch auf die Muskulaturregionen von Hals- bis Lenden- und Steißwirbelsäule sein segensreiches Wirken ausweiten - sofern ich meine Belastbarkeit nicht fahrlässig überreize wie gerade jetzt geschehen.

Dein Aktivator scheint ja doch ganz anders als meiner zu sein. Ich gratuliere zu Deiner Willenskraft und Deinen Erfolgen! ich bin froh, Menschen mit ähnlichen Lebenslagen zu kennen, sei es nur durch dieses Forum. Wenn jemand mit soviel Selbstbewußtsein so eine Zahnspange tragen kann wie Du, dann kann ich es auch, und jede solche Bestärkung ist willkommen! Zu einem wichtigen Fachtreffen gerade am Dienstag habe ich genau das getan und nicht gekniffen.

Nein, den von Dir als "regelmäßig[en,] typischen Spangen-Geschmack" und als lästig beschriebenen Sinnesreiz kenne ich gar nicht, auch nicht von meinen früheren Zahnspangen. Wobei ich unterstelle, daß Du als Langzeit-Kenner die gleichen Hygieneregeln anwendest wie ich (bei jedem Herausnehmen, meist Essen: Spange mit Bürste und Pasta putzen, dann im Reinigungsbad mit frischen Kukis-Tabletten liegenlassen, sofern zu Hause. Nie länger trockenlaufen lassen!!!) Ich nehme an, es geht um die sensorische Wahrnehmung von etwas Metallischem. Darauf bin ich nicht so sensibel, zum Glück! Ob Deine notorische Empfindlichkeit vielleicht schon ins Hypersensitive schlägt, das ja inzwischen auch anerkannt wird???

Zu Deinen restlichen Fragen (nur immer zu!): der zweite Labo ist im UK! Ein Bionator hat normalerweise nur einen oben, ich bestand aber auf zweien für OK und UK. Federn hat der Akti zentral von hinten, um OK- und UK-Frontzähne entweder zu protrudieren - oder, wie bei mir, eben nur zu stützen. ;-)  Einen Gaumenbogen oben, wie von mir erwartet, hat er aber nicht.

Meiner liegt auch nicht lose im Mund. Er rastet unten ein. Der OK gleitet dann aber zwanglos darin von unten nach oben, womöglich auch nach oben aus dem OK-Labo heraus. Sinn ist ja, den UK muskulär auf den "Sonntagsbiß" ganz weit vorn zu trainieren. Nochmal Überraschung, ich hatte mit gänzlich freiem Gleiten gerechnet! Und bei Dir straffe Fixierung oben und unten? Interessant, die Unterschiede! Nein, Stellschrauben gibt es bei meinem nicht, und die Federn sind wie gesagt nicht aktiviert.

Ich könnte ein Bild davon anhängen, falls das hier noch in so naiver Leichtigkeit geht. Bei Plattformen auswärts wüßte ich eher nicht... Aber neugierig bin ich auch schon, was bei ähnlicher Diagnose (?) die Unterschiede bei Deinem Feder-Akti sind. Dein Bruder, der Dich so unterstützt, ist seine Problemstellung ähnlich?

Freundliche Grüße,
Veterano




Offline Klammerfan

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Re: FKO vs.CMD (deutlich über 40): Ja, es geht! (Akti/Bionator)
« Reply #7 on: 28. October 2015, 16:47:35 PM »
Hallo Veterano,

verstehe ich das richtig, dass Du quasi zu „lebenslänglich Aktivator“ verurteilt bist? Und wenn ja, dann doch aber sicher zukünftig nur in der Nacht, oder?
Also das könnte ich mir mit meiner Klammer wirklich nicht vorstellen, auch wenn mich das Gerät kaum noch stört. Der Federaktivator ist schon sehr gewöhnungsbedürftig, und da Du ja interessiert bist, werde ich den Apparat mal etwas näher beschreiben: 
Grundsätzlich ist natürlich jedes bimaxilläre Gerät prinzipiell etwas anderes als eine einzelne Klammer im OK und UK, aber diese Spange  ist nicht gerade zierlich, sondern schon recht voluminös, besonders, da ich die Variante mit großer OK-Platte und Dehnschrauben trage. (Alternativ gibt es auch eine Variante ohne Dehnschraube im OK, da ist die OK-Platte durch kleinere seitliche Plattenteile, die durch einen Gaumenbügel verbunden sind, ersetzt.)
Ich habe also das volle Programm verpasst bekommen, mehr geht bei diesem Gerätetyp kaum noch.  Man hat richtig viel Material im Mund. Die Plattenteile gehen oben und unten weit nach hinten, alle Molaren sind im OK und UK mit Aufbissen versehen. Gott sei Dank geht die OK-Platte nicht bis zu den Frontzähnen, dafür gibt es hier einen von innen anliegenden Stahldraht (Protrusionsbogen).
Das eigentlich Besondere und auch Entscheidende an diesem Gerät sind die inneren Federn, die die OK- und UK-Plastikteile miteinander verbinden und diese gleichzeitig auf einem vom KFO eingestellten Abstand halten. Beim Zubeißen mit eingesetzter Klammer tritt dann die Federwirkung in Kraft, es besteht eine ständige Bisssperrung mit leicht offenem Biss, aber man versucht unbewusst, diese durch Zubeißen zu verringern, muss dazu aber wiederum die Federkraft überwinden. Das ist der angestrebte Behandlungseffekt, der bei meiner Klammer noch mit der aktiven Wirkung der Dehnschrauben gekoppelt ist.
Umgekehrt bleiben beim Öffnen und Sprechen alle Plattenteile und Drähte eng an den Zähnen im OK und UK und lösen sich nicht, das Gerät rastet richtig ein und die Klammer macht alle Bewegungen beim Öffnen und Schließen mit.
Fotos vom Federaktivator kannst Du im Netz finden, Du brauchst nur mal zu googeln.
Natürlich hat mir mein Behandler vorher gesagt, was auf mich zukommt, aber ich habe auf seine Erfahrung mit diesem Gerätetyp gesetzt und der bisherige Erfolg nach knapp 9 Monaten bestätigt die Richtigkeit der Entscheidung. Übrigens gehört der Federaktivator wohl zu den moderneren Geräten in der FKO, die es noch nicht allzu lange gibt.
Was den typischen „Spangengeschmack“ angeht, so habe ich den bei allen Geräten, die ich tragen „durfte“, festgestellt, trotz aller peniblen Reinigung mit Kuki-Tabletten und Zahnpasta. Er ist schwer zu beschreiben, hat aber natürlich etwas Metallisches und war immer von Anfang an da, nicht etwa erst nach längerem Tragen der Klammer.
Jetzt zu meinem Bruder: Er ist ebenfalls schon länger in Behandlung, bei ihm geht es aber nicht um ein Problem mit dem Kiefergelenk. Zuerst hat er wie ich auch oben und unten eine einzelne lose Klammer getragen und anschließend einen Bimler-Gerät (elastischer Gebissformer, das ist auch eine herausnehmbare Doppelspange) bekommen.
Vor einem halben Jahr wurde dann auf feste Spange umgestellt und er trägt seitdem im OK und UK eine Bracket-Apparatur, anfangs mit seitlichen Elastics, seit ein paar Wochen aber nun kombiniert mit Herbst-Scharnieren zur UK-Bewegung  - insgesamt eine recht umfangreiche Ausstattung, an die er sich nur mit Schwierigkeiten gewöhnen konnte.
Er hat also auch schon einiges an Geräten kennengelernt und wir sind beide quasi Stammkunden bei unserem KFO.
Es wäre schön, wenn Du mal schreibst, wie es Dir mit Deinem Akti weiter so ergeht und welche Fortschritte zu beobachten sind. Gerade die Behandlung Erwachsener mit herausnehmbaren Geräten ist ja immer wieder Gegenstand von Diskussionen, die ich jedoch aus eigener Erfahrung nicht nachvollziehen kann.
Bis dahin alles Gute und wenig Probleme mit dem Aktivator!
Gruß Kf

1. Behandlung (Schulzeit): aktive Platten OK+UK, dann Doppelspange (1. Kinetor; 2. Funktionsregler / Fränkel-Gerät)
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Re: FKO vs.CMD (deutlich über 40): Ja, es geht! (Akti/Bionator)
« Reply #8 on: 29. October 2015, 06:57:22 AM »
Hallo Kf,

als lebenslanges Verdikt empfinde ich das nicht. Sonst wäre ich hier wohl genauso falsch wie bei meinem Kfo in der Praxis. ;-) Aber als lebenslange Chance! Klar, in der Zukunft wird von mir eher Tragen bei Nacht und fallweise bei "gefühltem Bedarf" am Tage erwartet. Was auch viel sein könnte... Der Kfo hielt sich da bewußt vage.

Doch ich muß wohl noch einmal wiederholen: als erwachsener CMD-Patient bin ich in einer völlig anderen Lage als jemand, der im engeren Sinne orthodontisch/kieferorthopädisch behandelt wird. Das ist bei mir nämlich längst geschehen. Es geht darum, meine muskulären Blockaden aufzuheben, die v.a. von der HWS ausgehen. Kurze, sinnfällige Beispiele: Ohne Aktivator habe ich einen hochgradigen Beckenschiefstand, echte Skoliose, ungleich lange Beine. Die Belastbarkeit ist entsprechend.

Mit Aktivator steht mein Becken gerade (ja, so einfach ist das!!!). Die Beine sind gleich lang, die Lendenwirbelsäule nähert sich einem geraden Stande an, die von dem Lendenwirbelknoten her neuronal gesteuerte Untermuskulatur bis hin zum Beckenboden (da findet viel Lebensqualität statt, wer's nicht kennt, ist beneidenswert jung und gesund!) funktioniert auf einmal viel besser. Zu schweigen von den Leiden, die ein Schulterblattbereich hervorbringt, wenn er diagonal steht.

Wer so etwas länger mitgemacht hat, fragt in meinem Alter nicht mehr, ob FKO-Behandlung Sinn macht. Oder, ob es cool genug ist, eine Zahnspange zu tragen, bei der sich ein Labo manchmal sichtbar vor der Mundhöhle herumbewegt. Sondern, wo der Anbieter dieser Therapie sitzt, und auf welches Konto man überweisen muß. Ich hatte Glück - Riesenglück. :-)

Aber danke für die eingehende Beschreibung. Auch soviel Glück für Dich und für Deinen Bruder wünsche ich!

Alles Gute und viele Grüße,
Veterano



Offline Klammerfan

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Re: FKO vs.CMD (deutlich über 40): Ja, es geht! (Akti/Bionator)
« Reply #9 on: 29. October 2015, 12:53:16 PM »
Hallo Veterano,

das ist mir schon alles klar. Es ist ja auch in Ordnung, wenn durch einen vergleichsweise kleinen Behelf wie es Dein Aktivator ist, solche weitreichenden Verbesserungen des Allgemeinzustands erreicht werden können. Nur dachte ich eben, dass sich nach entsprechender Tragezeit des Geräts evtl. auch ein dauerhafter Therapieeffekt bei der HWS einstellt, so dass dann auf das FKO-Gerät verzichtet oder zumindest die Tragezeit reduziert werden kann. Aber wenn das nicht der Fall ist, muss halt der Aktivator weiter ran. Hauptsache, es hilft und es geht Dir besser.
Insgesamt ist es schon beeindruckend, was die moderne KFO leisten kann, das sehe ich auch an meinem Bruder und bei mir selbst.
Übrigens: Ich habe auch kein Problem mit meiner Klammer in der Öffentlichkeit und trage das Gerät nicht ungern, werde aber trotzdem nicht böse sein, wenn die Behandlung abgeschlossen ist. Aber bis dahin dauert es noch und weitere Schritte (einschl. Folgegerät) sind nicht ausgeschlossen....

Also alles Gute und viele Grüße,
Kf
Gruß Kf

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Offline Veterano

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Re: FKO vs.CMD (deutlich über 40): Ja, es geht! (Akti/Bionator)
« Reply #10 on: 03. November 2015, 01:56:13 AM »
Hallo Kf,

ja, der Effekt auf HWS-Positionierung usw. soll sich langfristig durchaus verselbständigen. Nur wird das realistischerweise eben nicht so radikal erfolgen, daß ich je auf den Akti ganz verzichten könnte, sei es dann und wann zum Auffrischen der Haltung. Soviel ist mir jetzt schon bewußt.

Heute habe ich wieder ein ganz diesseitiges Problem, das wohl jeder Spangenträger kennt: gerissener Labo. Also mal kurz außer der Reihe Termin machen, sind ja nur ein paar Kilometer. Und den Termin, wie immer im Leben, mit etwas Schönem kombinieren. :-)

Nichts für ungut und bis denn,
Veterano

Offline Klammerfan

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Re: FKO vs.CMD (deutlich über 40): Ja, es geht! (Akti/Bionator)
« Reply #11 on: 03. November 2015, 10:50:07 AM »
Hi Veterano,

na, das hört sich doch gut an. Klammer tragen "bei Bedarf"- damit kann man doch leben. Wie schon gesagt: Hauptsache, es hilft! Das könnte auch auf mich zukommen. Mein KFO hat jedenfalls neulich so eine Andeutung gemacht, aber erst mal wird der weitere Behandlungsverlauf abgewartet und evtl. noch ein neues Gerät verordnet. Reparaturen an der Klammer, das kenne ich auch. Bei meinem Federaktivator betraf es nicht den Labo, dafür war eine Verbindungsfeder zwischen OK- und UK-Teil gebrochen und das Gerät musste zum Techniker. Ohne Spange war es richtig ungewohnt, mit hat regelrecht etwas gefehlt! Nach der Reparatur saß die Klammer dann besonders straff und hat ihre Wirkung wieder voll entfaltet.

Viele Grüße,
Kf
Gruß Kf

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Re: FKO vs.CMD (deutlich über 40): Ja, es geht! (Akti/Bionator)
« Reply #12 on: 06. November 2015, 02:43:10 AM »
Hallo Klammerfan und übrige Leserschaft [sofern wir eine haben  :-)  ],

mein befürchtetes Canossa geriet zu meinem Damaskus. Oder so ähnlich. ;-)  Also: Die paar Stunden Autofahrt (das mit den paar Kilometern war Ironie) haben sich doch gelohnt. Nach knapper Voranmeldung per Telephon hätte ich im Fall einer Havarie sogar noch kurzfristiger erscheinen dürfen als im Flyer vermerkt. Bonuspunkt 1 für die Praxis meines neuen Kfo! (Der Umgang einer früheren Kfo-Praxis mit dem Menschenmaterial im Wartezimmer, auch mir als damals schon erwachsenem Patienten, hatte keinerlei Knautschzone gehabt.) Es war aber ganz gut, daß ich den spontanen Termin nach den gestrigen Reifenwechsel legen und mit einem absehbar erfreulich ausgehenden Sportereignis kombinieren konnte.

Tatsächlich war die Autobahn wieder einmal knackenvoll, ein Megastau nach unfallbedingter Vollsperrung hatte sich gerade erst gelöst. Den vereinbarten Zeitrahmen habe ich gerade so eben geschafft. Der Zahntechniker der Kfo-Praxis konnte aber seine Prognose, wann die Reparatur des beschriebenen Schadens an meiner Spange noch am selben Tage fertig würde, trotz nahenden Feierabends unangestrengt unterbieten. Chapeau, Bonuspunkt 2!

Und nun die Überraschung. Ich hatte gebeten, beim Abholen der Spange nochmals kurz im Herausnehmen derselben unterwiesen zu werden, denn Fehler dabei hatte ich für den Bogenbruch verdachtsweise verantwortlich gemacht. Fasse ich mit den Fingern zu zentral an, wenn ich die Spange aus der Verankerung löse...? Die damit beauftragte Dame verstand erst gar nicht, was ich meinte. Ja, Irrtum! Es war völlig falsch, daß mein Akti bisher auf dem UK eingerastet hatte. Wahrscheinlich waren die zwei Halteklammern und der Labo zu eng eingestellt gewesen - keine Ahnung, wie das beim ersten Einsetztermin unbemerkt blieb!

Aber trotzdem Bonuspunkt 3 für die Praxis, so kam es an den Tag. Jetzt gleitet mein Aktivator so zwanglos hin und her, wie ich es anfangs geglaubt hatte, und wie es auch bei mir gedacht war! Neu eingewöhnen muß ich mich nach vier Wochen also haptisch. Wird aber gehen, fühlt sich schon im Vergleich viel mehr "richtig" an. Und akustisch! Die Freunde, die ich später am Rande des Sportfests traf, haben mich wohl kaum unangestrengt verstanden. Ich muß jetzt zusätzlich darauf achten, ob ich die Spange mehr oben oder mehr unten balancieren will, je nach auszusprechendem Laut. Das quittiere ich mit Grinsen. Wird auch gehen. ;-)

Amüsierte Grüße von
Veterano

Offline Klammerfan

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Re: FKO vs.CMD (deutlich über 40): Ja, es geht! (Akti/Bionator)
« Reply #13 on: 11. November 2015, 15:17:55 PM »
Hi Veterano,

na dann viel Spaß mit dem jetzt wirklich lose-funktionell wirkenden Aktivator! Wobei es schon merkwürdig ist, dass das Einrasten beim ersten Anpassen des Geräts nicht aufgefallen ist. War hier vielleicht der eigentliche Behandler nicht selbst am Werk, sondern irgendein Vertreter?
So etwas habe ich in meiner langen Klammer-Karriere jedenfalls noch nicht erlebt. Da wurde bei jeder neuen Spange sehr penibel geprüft, ob die Apparatur wie geplant sitzt, also entweder fest anliegt oder die entsprechende freie Beweglichkeit vorhanden ist. Schließlich hängt davon mit die Wirksamkeit des Geräts ab. Bei Bedarf wurden auch noch mal beim ersten Check nach dem Eingliedern Abstände von Drähten, Bögen und Plastikteilen nachjustiert, wenn diese keinen direkten Kontakt haben sollten. Besonders wichtig war das z.B. bei der Feineinstellung von Labialbögen und Lippenpelotten sowie den Wangenschildern beim Fränkel-Gerät. Ich kenne es auch so, dass man unter Anleitung das Herausnehmen und richtige Einsetzen der neuen Klammer trainieren musste, damit nichts falsch läuft.   
Aber nun ist ja alles gut! Bis auf die Sprache, die wohl jetzt wesentlich undeutlicher geworden ist, also mehr typisches Klammer-Nuscheln, verstehe ich das richtig? Da hilft nur Training durch lautes Lesen, dann wird das schon…
In diesem Sinne viele Grüße vom Kf
Gruß Kf

1. Behandlung (Schulzeit): aktive Platten OK+UK, dann Doppelspange (1. Kinetor; 2. Funktionsregler / Fränkel-Gerät)
2. Behandlung: aktive Platten OK+UK, Federaktivator, z.Zt. Funktionsregler

Offline Veterano

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Re: FKO vs.CMD (deutlich über 40): Ja, es geht! (Akti/Bionator)
« Reply #14 on: 13. November 2015, 05:05:32 AM »
Dankeschön auch diesmal für die guten Wünsche, Klammerfan. (Und Mitleser.)  ;-)

Nun muß ich gestehen, daß ich vor gut 24 Stunden noch ganz anders geantwortet hätte: "ha ja, läuft! Akti und ich, ein Dreamteam!" Und dann bricht mir zur Abwechslung der obere Labo. Ganz von ungefähr, Mittwoch spät beim TV-Gucken, ich glaube, bei Markus Lanz. So schlecht war die Sendung nun auch nicht, um das zu erklären...

Mist. Alles ist Physik, schon klar. Irgendwoher kam zuviel Druck auf das Metall. Aber wie? Noch vor Behandlungsbeginn hatte mich der Kfo ja gewarnt, daß er von meinem unteren Labo gar zu viel Druck auf meine Lippen von innen erwarte - doch mehr in der Weise, daß meine Schleimhäute davon übermäßig irritiert sein könnten (so war es wohl einem anderen Patienten mit vergleichbarer Gemengelage ergangen). Aber nein, meine Innenschleimhäute und Lippen machen alles unangestrengt mit: darin wenigstens hat sich meine Selbsteinschätzung bewährt, durch Jahre des Dauertragens von Spangen (Retentionsplatten) desensibilisiert zu sein. Stattdessen umgekehrt, nach 5 Wochen schon wieder zuviel Druck meiner Weichteile auf den Akti!?

Diesmal war auch die Autobahn nicht mein Freund. Rund 25 oder 35 Minuten fehlten, um noch am selben Tag mit frisch reparierter Spange wieder nach Hause fahren zu können. Klar, den restlichen Abend habe ich hier z.T. mit einem guten Essen und angeregten Gesprächen verbringen können. Auch das genieße ich. Aber danach hocke ich im Quartier herum, einigermaßen unzufrieden und ohne Zahnspange. Nach 5 Wochen Gewöhnung leidlich unangenehm!!!

Mein Unterkiefer weiß gar nicht, ob es sich mehr vorne falsch oder mehr hinten unrichtig anfühlt. Freitag früh darf ich die Spange wieder abholen, aber Himmel, wie ist das nur passiert!? Jede Woche kann ich die paar 100 spontanen Extra-Autobahnkilometer nun auch nicht gebrauchen. Sollte meine Muskulatur doch einfach zuviel Druck auf die Drähte ausüben? Muß man das ganze (noch) robuster bauen? Oder passiert mir das mangels Alternativen in der Bauform immer wieder...?

Hm, ja, Kf, vorerst war nur mein Zahnspangen-Akzent noch deutlicher (undeutlicher) geworden. Hoffentlich bleibt es diesmal auch bei vorübergehenden Irritationen. Eine Anekdote von der Spangenreparatur letzte Woche wollte ich Dir (Euch) auch noch berichten, aber jetzt warte ich lieber ab, wie lustig die Episode dieser Woche ausgeht. ;-)

Danke erst einmal -
Veterano