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Author Topic: Trage-Überwachung von Spangen  (Read 2462 times)

Offline blue_bio

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Trage-Überwachung von Spangen
« on: 15. August 2017, 10:16:22 AM »
Hallo zusammen.

Schon oft wurde hier über die Spangen berichtet, die mit eingearbeiteten "Chips" ausgerüstet sind, die die Tragedauer von losen Spangen überwachen.

Nun habe ich gesehen, dass es ein ähnliches System auch für Headgear gibt:

http://dereferer.org/?https://www.praxis-cityhaus.ch/apparaturen/headgear-smartgear/

Was meint ihr dazu?

Offline Chris-Fan

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Re: Trage-Überwachung von Spangen
« Reply #1 on: 20. January 2018, 21:51:54 PM »
finde ich cool - so kann wirklich weniger betrogen werden und man ist gezwungen den HG wie vorgeschrieben zu tragen
wer den HG allerdings gerne länger tragen will, der sollte natürlich versuchen, sich nicht an die tragezeit zu halten,

ich sehe allerdings an dem System eine Betrugs-Möglichkeit - ich kann den HG auf den Tisch legen und stecke das Außenband entsprechend an - somit müsste das Teil ja die Sache registrieren, dass man ihn getragen hat, obwohl der HG gar nicht im Mund war



Offline heiko1975

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Re: Trage-Überwachung von Spangen
« Reply #2 on: 21. January 2018, 11:48:44 AM »
Denke mal, der misst nicht ob eingehakt, sondern den Zug.
Aber grundsätzlich finde ich solche Systeme auch sehr gut, da beide Seiten (Patient und Arzt) mit offenen Karten spielen.
Einerseits haben der Patient und der Arzt die Möglichkeit, realistische Tragewerte zu bekommen, die nicht auf subjektiven Angaben bestehen, die teilweise doch schon von der Realität abweichen können. Anderseits ist der Patient aber auch vor falschen Anschuldigungen bzgl. Tragezeit geschützt.

Offline katrinp_99

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Re: Trage-Überwachung von Spangen
« Reply #3 on: 21. January 2018, 15:53:52 PM »
Bezüglich des Arzt-Patienten-Verhältnis ist aber zu bedenken, dass grundlegend fragwürdig ist, ob diese Art der Überwachung stattfinden muss/soll.

Erwachsene PatientInnen sollen und müssen sich mit der Behandlung und den einzelnen Schritten der Behandlung einverstanden erklären. Wer generell nicht bereit ist zu kooperieren bzw. in einzelnen Abschnitten der Behandlung nicht zu kooperieren, sollte dies von vorn herein bzw. frühzeitig mitteilen - das wäre nur fair.
Bei Minderjährigen spielt der individuelle Entwicklungsstand eine große Rolle - klar ist jedoch, dass sich Kinder und, zum Teil auch, Jugendlich vielleicht zur Kooperation zwingen lassen (mit welchen Mitteln?) - aber erzwungene Kooperation ist für das Arzt-Patienten-Verhältnis sehr negativ.

Und wenn Kontrolle stattfindet - welche Konsequenzen sollen sich ergeben?

Es gibt heutzutage eine größer werdende Gruppe von Menschen/Patienten, die self-measurement/self-improvement/self-surveillance als wesentlichen Bestandteil ihres Lebens sehen (s. Verkaufszahlen der sog. Fitness-Armbänder) - diese sind sicherlich für eine derartige Überwachung zu haben, sofern die Anbieter es den Patienten ermöglichen, v.a. sich selbst zu überwachen, d.h. die Daten selber auszulesen.

Außerhalb der Zahnmedizin gibt es in der Medizin für sehr viele Erkrankungen einfach zu kontrollierende Marker/Meßwerte/Untersuchungen, die eine Compliance erfassen bzw. abschätzen können. Dies trägt erfahrungsgemäß jedoch nicht dazu bei, dass die Patientencompliance insgesamt hoch ist oder steigt. Sie dokumentieren vielmehr den Verlauf von Erkrankungen/Situationen, aber haben wenig Einfluß auf die Compliance der PatientInnen.

Offline Ingo

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Re: Trage-Überwachung von Spangen
« Reply #4 on: 21. January 2018, 16:14:14 PM »
Sehr gut! Kann ich nur unterstützen.

Wer will schon, dasss ein Verhalten auf eine für ihn nicht einsehbare Weise überwacht wird, während der Arzt die Infos darüber bekommt?

Wie wäre es, wenn der Patient die Messwerte selber sieht und der Arzt nicht? Wäre das nicht eher für den Patienten eine Hilfe zur Motivation?

Offline Chris-Fan

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Re: Trage-Überwachung von Spangen
« Reply #5 on: 21. January 2018, 17:01:49 PM »
ich glaube, wenn es beide sehen ist es fair

man kann es ja so regeln, dass der patient dies anbieten kann und dem patienten erklären muss und der patient sein einverständnis gibt oder nicht gibt - wenn der patient einverstanden ist, braucht er sich ja nicht zu beschweren, dass der arzt die daten sieht, schließlich ist der patient ja vorher darüber aufgeklärt worden

Offline heiko1975

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Re: Trage-Überwachung von Spangen
« Reply #6 on: 21. January 2018, 20:52:13 PM »
Natürlich sollte das Einverständnis des Patienten vorausgesetzt werden.

Jedoch möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass die Tragezeiten dann wenigstens eine nicht verfälschbare Basis bilden, um Behandlungsentscheidungen zu treffen (Verwendung anderer Geräte, Behandlungsabbruch, Anpassung der Tragezeit, etc.)

Natürlich sollte der Patient jederzeit die Möglichkeit haben, seine Werte einzusehen und auch bei Bedarf nicht an den Arzt zu übermitteln.
Jedoch bietet dieses Verfahren für den Patienten den Vorteil, dass er nicht ständig Tragezeiten dokumentieren muss oder wenn er nicht dokumentiert, mit seinen Zeitschätzungen falsch liegt.

Und auch vonseiten des Arztes ist dann wirklich ersichtlich, dass die kommunizierten Tragezeiten stimmen, und somit kann auch die weitere Behandlung besser geplant werden.

Also wie gesagt: sofern das Einverständnis des Patienten vorliegt, eine absolute Win-Win-Situation.


Offline BlueTooth

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Re: Trage-Überwachung von Spangen
« Reply #7 on: 21. January 2018, 23:42:11 PM »
Ich find's super! Moderne lose Spangen haben ja auch einen Chip zur Tragezeitüberwachung, so etwas hätte ich als Teenager auch gerne gehabt!

Offline Ingo

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Re: Trage-Überwachung von Spangen
« Reply #8 on: 22. January 2018, 18:23:08 PM »
So so, du findest es also super, wenn dich der KFO (selbstverständlich in einem Behandlungsraum mit ca. 4 Behandlungsplätzen) zur Sau macht, weil ihm der Chip sagt, dass du die Spange nicht genug getragen hast. ;D

Offline ravel

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Re: Trage-Überwachung von Spangen
« Reply #9 on: 22. January 2018, 21:09:14 PM »
Also hätte ich ein Kind in behandlung würde ich es als Elternteil schon interessant finden.
Aus der Sicht eines 12-14 Jährigen der "zusammen geschissen" wird in deinem o.g Behandlungsraum mit 4 Plätzen, wäre es mir wahrscheinlich sehr unangenehm und peinlich :D

Offline Chris-Fan

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Re: Trage-Überwachung von Spangen
« Reply #10 on: 22. January 2018, 22:13:43 PM »
ja, also aus Elternteil sehr interessant
wegen "zusammen gesch****n" - der KFO wird es dem Kind sicherlich eher im Ruhigen sagen, aber wenn andere Behandlungs-Kids im Raum wären, dann ist es sicherlich für das Kind unangenehm - wäre schöner, es dem Kind alleine zu sagen - aber das Kind zu kritisieren, weil es den Headgear zu wenig getragen hat, ist berechtigt

Offline BlueTooth

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Re: Trage-Überwachung von Spangen
« Reply #11 on: 23. January 2018, 16:33:37 PM »
Ich könnte mir vorstellen, dass es irgendwann elektronische Armbanduhren gibt, ähnlich iWatch, bei denen das Armband verschließbar ist, die also immer getragen werden und nicht selbst entfernt werden können. Der Patient bekommt zu seiner losen Spange eine App aufgespielt, so dass das feste Armband vibriert, wenn die Spange eine gewisse Zeit nicht im Mund war. Das fände ich eine dezente, vernünftige und effektive Überwachung der Tragezeit!

Offline 8749

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Re: Trage-Überwachung von Spangen
« Reply #12 on: 25. January 2018, 09:41:31 AM »
Jemanden dazu zu zwingen rund um die uhr ein armband zu tragen empfindest du als dezent und vernünftig?
Ich würde ehr sagen absolut demütigend....

warum den auch ... jeder hat ein handy dabei.... soll das doch einfach zusätzlich anzeigen ob du auf deine stunden kommst... wenn du dann möchtest kannst du dich selbst kontrollieren wenn nicht tut es halt der kfo beim nächsten besuch...

Offline BlueTooth

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Re: Trage-Überwachung von Spangen
« Reply #13 on: 26. January 2018, 07:01:42 AM »
Auch eine gute Idee mit dem Handy.
Wobei ich finde, dass es doch genauso demütigend ist, im Falle einer festen Spange rund um die Uhr sichtbares Metall im Mund zu haben, was an den Lippen scheuert, oder?