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Author Topic: Grundschulzeit  (Read 2483 times)

Offline Klammerdraht

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Grundschulzeit
« on: 18. February 2017, 03:16:22 AM »
Hi,

da es hier im Forum im Moment nicht viele neue Themen gibt, die besprochen werden, dachte ich, ich schreib' mal was.

Die Grundschulzeit hat in mir die Lust auf lose Zahnspangen geweckt. Ich möchte nur kurz und so weit ich mich erinnere,
über die Mitschüler die damals von Zeit zu Zeit mal Spangen trugen und deshalb auf mich ein Wirkung ausübten, schreiben.

Ich denke, dass in der Hochphase (4. ,5. Klasse ), oder im Laufe der Zeit, die Hälfte der Klasse oder mehr ( ~ 15 ),
nicht alle zur gleichen Zeit, eine lose Spangen trugen oder getragen haben.
Im überwiegenen Maße trugen die Mitschüler Einzelspangen ( Dehnplatten ) im Oberkiefer, vereinzelt auch Uk
und wenige einen Aktivator.

Ich glaube es fing in der "Dritten" an, dass die ersten in der Klasse bespangt wurden.
Da war Ralf, der Spangenträger schlechthin, - Brille, Dehnplatte rosa transparent im Ok -
der erste mit Spange und gefühlt der letzte, am Ende der Grundschulzeit, der sie ablegen durfte.
Er hatte, als einer der wenigen, die rote Kukisbox immer um den Hals hängen.
Er war der Grund, warum ich mich anfangs vor Zahnspangen ekelte.
Wenn er die Spange zum Essen rausnahm, dann zog die Spange Spuckefäden von seine Zähnen mit.
Er zog mich dann immer gern damit auf, nahm seine Spange in der Pause aus dem Mund und hielt sie mir vor das Gesicht.
Sein Banknachbar und Kumpel Christoph bekam bald nach ihm ebenfalls eine Spange Ok.
Ich machte mich über ihre Aussprache lustig und bekam dafür ihre besabberten Spangen vor das Gesicht gehalten.

Dann gab es Leute, da dachte man, die haben doch eigentlich schöne Zähne, wieso müssen die ne' Spange tragen
während andere, die lange Zeit keine trugen, z.B. riesige Frontzahnlücken und oder andere sichtbare Fehlstellungen aufwiesen.
Diese wurden dann zum Teil gefragt, warum sie denn keine trugen. Dann erzählten manche, peinlich berührt,
dass sie auch in Behandlung seien und bald eine Spange bekämen.

Jedes zweite Jahr kam ein Schulzahnarzt und dann hieß es immer: "Hast du auch einen Zettel bekommen?"
Wo dann sinngemäß "[...] eine Fehlentwicklung des Kiefers [...] Empfehlen wir die Beratung eines Kieferorthopäden einzuholen."
draufstand. Und in den anschließenden Wochen gab es wieder mehr Leute mit Spange in der Klasse.

Wie war das bei euch?

Offline Silverbracy

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Re: Grundschulzeit
« Reply #1 on: 28. February 2017, 02:16:07 AM »
Bis zum dritten Schuljahr spielten Zahnspangen irgendwie keine grosse Rolle bei uns. Natürlich werden einige schon lose getragen haben, aber es war nicht üblich, das auch in der Schule zu tun. Im vierten Schuljahr gab es in der Parallelklasse Zwillinge - ich fand die beiden Mädel schon immer irgendwie nett. Plötzlich fiel mir dann auf, dass eine von ihnen neuerdings eine feste Zahnspange hatte. Erstaunlicherweise fand ich sie damit noch interessanter, als eh schon und auch cooler als ihre Schwester. Diese folgte dann aber schnell und trug bald ebenfalls eine feste Spange. Das waren die ersten Zahnspangen, an die ich mich bewusst erinnere.
Dann bekam mein bester Freund eine lose. Im Gegensatz zu den (seltenen) Festen fand ich die aber doof. Sie war schweinchenrosa, er trug sie nachmittags dauernd und nuschelte fürchterlich damit Knapp ein halbes Jahr später war ich dann dran. Leider reichte es auch nur zu so einer blöden losen Spange. Ich hätte sie nicht ansatzweise in der Schule getragen, nachmittags auch nicht und nachts nervte sie ebenfalls. Ich konnte mich da nicht dran gewöhnen und die Nuschelei fand ich doof (finde ich heute übrigens auch noch) - also spuckte ich das Ding nachts "aus Versehen" aus und versuchte zu überleben. Dann kam es an den Punkt, an dem es so nicht mehr weiter ging und (endlich) das Gespräch auf eine feste Spange kam.
Meine Eltern waren natürlich nicht begeistert, dass ich meine lose Spange nie trug und so hiess es dann: "Wenn das so nicht funktioniert, dann musst du eben eine feste Spange tragen - dass bist du dann selbst schuld ..." Ich weiss bis heute nicht, ob der Zahnarzt das meinen Eltern gesagt hatte, oder ob sie das irgendwie selbst angeregt hatten - medizinisch war es zumindest in Ordnung ... Ich heuchelte, das natürlich nicht zu wollen, weil ich irgendwie glaubte, dass man das von mir erwartete. Trotzdem (oder gerade deshalb) provozierte ich weiter und trug meine Spange letztendlich gar nicht mehr ...
Es dauerte dann nicht mehr lange bis der Zahnarzt meine Mutter zum Gespräch einbestellte - ich hatte eine Ahnung, worum es gehen würde. Ich hatte es geschafft - es wurde vereinbart, dass ich nun doch eine feste Spange bekomme.
Das fand ich total spannend ... Ich habe es wirklich gemocht und fand es echt gut, als einer der wenigen eine feste Zahnspange zu tragen (das war ungefähr 1987) ... Leider war die Behandlung letztendlich doch nicht so erfolgreich und nach fast drei Jahren und inzwischen in Klasse 11 hatte sich die Faszination abgenutzt und ich wollte sie einfach nur noch los werden, denn langsam wurde es peinlich ... Tja ... Und als sie dann weg war, habe ich sie total vermisst. Seitdem finde ich feste Spangen einfach hübsch und faszinierend, besonders dann, wenn Frauen sie selbstbewusst tragen und wäre selbst auch sofort wieder dafür zu haben, wenn ich es mir im Moment leisten könnte ... :)

Offline Klammerfan

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Re: Grundschulzeit
« Reply #2 on: 01. March 2017, 09:32:03 AM »
Jaja, die Geschichten aus der Schulzeit! Das ist ein interessanter Thread, den Ihr da aufmacht. Allerdings wundert es mich etwas, dass Ihr kaum etwas von FKO-Geräten bei Euren Mitschülern schreibt, oder wurden die in der Schule nicht getragen?
Wenn ich mich an die Schulzeit erinnere, dann waren zwar kaum klassische Aktivatoren zu sehen, aber EOA, Funktionsregler (Fränkel) und Bimler-Apparat wurden relativ häufig getragen (neben den aktiven Platten). Ich selbst hatte als erstes FKO-Gerät nach einer Plattenapparatur OK/UK einen Kinetor verpasst bekommen. Damit war ich allerdings der einzige in der Klasse.
Ich gehörte ebenfalls zu den Kandidaten, die vom Schulzahnarzt den bekannten Zettel bekommen hatten. Aber das war nur der letzte Anlass, denn mein damaliger Zahnarzt hatte auch schon davon gesprochen, dass eine Gebisskorrektur erforderlich ist. Er wollte aber wohl noch etwas warten, während der Schulzahnarzt eine möglichst schnelle Vorstellung beim KFO empfohlen hat.
So war ich dann auch der erste in unserer Klasse, der eine Klammer bekam und diese ständig tragen musste, inklusive der anfänglichen Hänseleien durch einige Mitschüler. Wie war es damit bei Euch?
Da meine Behandlung relativ lange dauerte und ich mehrere verschiedene Geräte bekam, haben mir meine Mitschüler den Spitznamen „Klammerfan“ gegeben, den ich auch hier verwende.
Übrigens wurden bei uns damals herausnehmbare Geräte als „Zahnklammer“ oder kurz „Klammer“ bezeichnet, während mit einer Spange eine feste Apparatur gemeint war.
Gruß Kf

1. Behandlung (Schulzeit): aktive Platten OK+UK, dann Doppelspange (1. Kinetor; 2. Funktionsregler / Fränkel-Gerät)
2. Behandlung: aktive Platten OK+UK, Federaktivator, z.Zt. Funktionsregler

Offline Silverbracy

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Re: Grundschulzeit
« Reply #3 on: 01. March 2017, 23:38:30 PM »
Ja - das war bei uns genauso .... Eine Klammer war lose, eine Spange fest ... :) Den Unterschied so zu benennen kann aber durchaus auch nur regional begründet sein ....

Offline ulfert

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Re: Grundschulzeit
« Reply #4 on: 02. March 2017, 21:18:25 PM »
Hallo Leute,
auch ich freue mich mit dem Thread "Grundschulzeit" mal wieder etwas an Erfahrungsaustausch in Sachen Ursachenforschung zu erleben. Da ich ja schon vor vielen Jahren, in der Anfangszeit des Forums über so etwas geschrieben habe, dachte ich mir es einfach nochmal auszugsweise zu bringen.
Vorab gesagt, in meiner Grundschulzeit in den 1960er Jahren hatte, zumindest in meinem Umfeld, eigentlich niemand eine Zahnspange. Soweit ich mich erinnere.
Das ging etwas später los.
Konkreter zurückerinnern kann ich mich da schon an die Anfangszeit auf dem Gymnasium. Das Zusammenkommen mit vielen anderen Kindern und Jugendlichen rund um den Schulbetrieb brachte dann schon das eine oder andere Silberlächeln mit sich.
Es war die Zeit ab 1968 an aufwärts. Herausnehmbare Spangen wurden fast ausschliesslich verwendet und bis auf wenige Ausnahmen kaum in der Öffentlichkeit getragen.
Feste Klammern habe ich erstmalig Anfang der 1970er Jahre gesehen.
Und zwar bei amerikanischen Jugendlichen, die Heidelberg besuchten.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, statt Zähnen sah man fast nur Metall. Ein wilder Drahtverhau, der mir suspekt aussah und nicht so recht gefallen wollte. Trotzdem ein Hingucker, es waren auch ganz nette Mädels dabei, die wegen ihrer Klammer keinerlei Hemmungen hatten.
Ich habe meine Mutter damals gefragt, was das wohl sei, warum die soviel blinkendes Metall an den Zähnen hätten. Sie erklärte mir dann den Unterschied zu den bei uns verwendeten, herausnehmbaren Zahnspangen.
Beruflich hatte sie gelegentlich mit USA-Austauschschülern zu tun und kannte sowas daher.
Das war auch die Zeit in der unser guter, alter Familienzahnarzt meinen Eltern und mir glaubhaft versicherte, ich brauchte keine Zahnspange.

Die Zeit brachte es mit sich, KFO-Behandlungen kamen auch bei uns immer mehr in Mode, folglich häufften sich die Begegnungen mit Spangenträgern. Für mich besser gesagt mit Trägerinnen, denn Jungs mit Spange haben mich noch nie interessiert. Mit ihnen hätte ich auch nie ein Gespräch über Zahnspangen angefangen.

Als angehender Teenager hab ich mich dann schon recht zielsicher in Richtung Mädchen mit Klammer orientiert.
Diese Richtung hatte sich aus anfänglicher, purer Neugier in Sachen Zahnspange wie von selbst entwickelt.
Und die Anzahl der Begegnungen mit ihnen wurde grösser.
Meist waren es Zufälle.
Wie mit einem Mädel was ich flüchtig kannte, vom Konfirmandenunterricht.
Bis zu dem Zeitpunkt wusste ich garnicht dass sie in KFO Behandlung ist.
Ich fuhr nachmittags mit dem Bus in die Stadt, als sie zustieg und sich auf den freien Platz mir gegenüber setzte. Nach kurzem "Hallo", kamen wir ins Gespräch. Sie lächelte und sprach ganz normal wobei ich deutlich ihre Zahnspange aufblinken sah. Ich muss wohl so verdutzt geguckt haben, dass sie mir kurz erklärte, sie müsse jetzt zum Zahnarzt, wegen ihrer Klammer.
"Ach ja", mehr habe ich nicht rausbekommen und im weiteren Gespräch dann, "was sein muss, muss sein".
Was hätte ich aus diesem Moment noch alles machen können, aber ich war wie elektrisiert, stand so unter Spannung, dass ich nicht weiter nachgefragen konnte.
Wenig später stiegen wir aus und gingen unserer Wege.
Erst im Nachhinein wurde mir klar, was diese Begegnung für mich bedeutet hat und was ich sie noch alles hätte fragen wollen.
Was alles so gemacht wird wenn man die Spange bekommt und wie es so ist damit.......
Wir haben uns noch oftmals wiedergesehen, sind sogar zusammen zur Konfirmation gegangen, ihre Spange hat sie aber nie mehr drin gehabt.
Sie war eine von den vielen, die ihre Klammer nur nachts, zuhause oder beim KFO tragen. Trotzdem wäre ich ihr gerne etwas näher gekommen,
wie man so sagt.
Ich war mit meinen damals 14 Jahren noch nicht so weit zu sagen, ich habe mich in sie verliebt. Aber die wenigen Begegnungen mit ihr und vor allem die eine mit Zahnspange haben gereicht.
Immer wenn ich sie sah, wurde mir heiss und kalt, ich bekam solche Hemmungen, dass ich kein Wort mehr herausbekam.
Dabei ist es dann geblieben. Aber ihr Zahnspangenlächeln an jenem einen Tage sehe ich in Gedanken noch heute vor mir.
Ob das nun ein Auslöser für den Zahnspangen-Faible war?
Zumindest hat diese Begegnung mit dazu beigetragen.

Von dieser Zeit an wuchs die Anzahl der Spangenträgerinnen im Teenager-Alter enorm an.
Gleichzeitig legten auch einige ihre Hemmungen ab sich damit offen zu zeigen. Ich bin da schon Mädchen-Cliquen begegnet, die allesamt bespangt durch die Stadt liefen, stolz ihr Silberlächeln präsentierend.
Damals schon verspürte ich neben der gewissen Neugier auch ein wenig Neid darauf. Eigentlich wollte ich sowas auch haben!
Ging aber nicht!
Eine wilde Zeit, so mit 15, 16! Man (Mann) ist hin- und hergerissen von Gefühlen, Emotionen, teils unsicher, aber auch wiederum gut drauf.
Eines war mir zu der Zeit bewusst geworden, wenn es um Mädels ging, schaute ich zuerst auf ihren Mund.

Wenig später hab ich dann in der Schule ein nettes Mädel beobachtet, die wie konnte es anders sein, Zahnspangen trug.
Es war eine kurzlebige Teenager-Liebe, geprägt von beiderseitigen Hemmungen und Ängsten. Was ich mich nicht getraut habe, war ihr rüberzubringen, wie sehr sie mir mit Spange gefiel. Was sie mit dem Beginn unserer Beziehung ablegen wollte, war das kindliche Image der Zahnspangenträgerin. Sie wollte mit ihren 15 Jahren schon ganz Frau sein und war es dann auch. Aber ohne Klammer.
In den folgenden Jahren sah ich dann auch hierzulande mehr und mehr feste Klammern. Auf Urlaubsreisen im westeuropäischen Ausland sowieso. In Holland und Frankreich, z.B. sah man insgesamt zwar weniger, dafür aber in der Regel feste.
Und Brackets natürlich, zierliche, keine Brackets in Verbindung mit dünnen Drahtbögen. Nicht mehr das was ich vorher mal an wildem Drahtverhau gesehen hatte. Ob das wohl Voll-Bänder waren? Ich weiss es nicht, kann mich nicht mehr so genau erinnern.

Ich begann mich neugierig mit dieser Technik auseinanderzusetzen,
besorgte mir Fachliteratur usw.
Bei einem anderen, jüngeren Zahnartzt fragte ich nach der Notwendigkeit einer KFO-Behandlung. Er lachte nur und fragte: "Willst du dir sowas noch antun? Mit 18 bist du doch eigentlich zu alt dafür!"
Na ja.
Vor dem Abitur habe ich dann eine sogenannte Ehrenrunde gedreht.
Ich kam in eine Klasse mit mehreren, jüngeren Mitschülerinnen.
Die hatten ihre Spangenzeit überwiegend gerade hinter sich gebracht.
Bis auf eine.
Sie war das, was man im allgemeinen so als "graue Maus" bezeichnet.
Nicht gross, unscheinbar, keine besondere Ausstrahlung, verschachtelte Frontzähne. Eines Tages, nach den Herbstferien kam sie dann mit fester Klammer daher. Sie hatte zierliche, kleine Metallbrackets, die ihrem Silberlächeln eine gewisse Eleganz verliehen.

Was ich dann erlebt habe, war kaum vorherzusehen.
Die bis dato kaum beachtete "graue Maus" stand auf einmal im Mittelpunkt des Interesses. Die ganze Klasse bewunderte sie, ihre Klammer und den Mut den sie aufgebracht hatte, so spät damit noch anzufangen. Sie war 18.
Leider war ich nicht ihre Wellenlänge. Und um es mal so zu sagen wie es ist: Ohne Klammer wäre sie mir auch überhaupt nicht aufgefallen!
Ist schon erstaunlich, was so ein bischen Metall im Munde eines Mädels bewirken kann.
Ein anderer Junge aus unserer Schule hat ihr Herz sofort im Sturm erobert. Eine Klassenkameradin, die voll auf ihn stand und leer aus ging, hat in der Runde dann mal gefragt, was es wohl ausmacht. Ob es die Klammer ist? Einige andere haben sofort bestätigt, daß das doch total süss aussieht mit der Klammer. Ihnen würde das auch gefallen, oder eben nichts ausmachen, wenn ein Mädel sowas trägt.

Für mich war und ist damit der Beweis erbracht, es gibt viel mehr Zahnspangenfans als man allgemein annimmt. Nur nicht jeder bekennt sich offen dazu.
Das ist nun rund 40 Jahre her, ich sehe aber die Szenen noch heute vor mir.

Soweit mal mein Ausflug in die Erinnerungen an die Schulzeit. Ich hoffe damit nicht zu weit vom Thema abgekommen zu sein.

ulfert

Offline Klammerfan

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Re: Grundschulzeit
« Reply #5 on: 03. March 2017, 09:54:28 AM »
Hallo Ulfert,
das ist ja ein langer Bericht! Interessant, was Du schreibst. Wie war es denn bei Euch mit FKO-Geräten? Wurden die auch getragen oder ist mit herausnehmbaren Geräten nur die klassische aktive Platte gemeint? Ich entnehme Deinem Bericht auch, dass die Begriffe "Spange" und "Klammer" nicht gezielt für lose oder feste Apparaturen verwendet wurden, sondern für beides gelten. Oder ist mein Eindruck falsch?
Gruß Kf

1. Behandlung (Schulzeit): aktive Platten OK+UK, dann Doppelspange (1. Kinetor; 2. Funktionsregler / Fränkel-Gerät)
2. Behandlung: aktive Platten OK+UK, Federaktivator, z.Zt. Funktionsregler

Offline ulfert

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Re: Grundschulzeit
« Reply #6 on: 03. March 2017, 16:00:40 PM »
...Wie war es denn bei Euch mit FKO-Geräten? Wurden die auch getragen oder ist mit herausnehmbaren Geräten nur die klassische aktive Platte gemeint? Ich entnehme Deinem Bericht auch, dass die Begriffe "Spange" und "Klammer" nicht gezielt für lose oder feste Apparaturen verwendet wurden, sondern für beides gelten. Oder ist mein Eindruck falsch?
Hi Klammerfan,
mit FKO Geräten habe ich damals niemanden bemerkt. Die habe ich eigentlich erst durch Fachliteratur kennengelernt. Später dann bei einigen Kindern beobachtet. Das klassische Behandlungsgerät war die aktive Platte und es wurde meist als "Klammer" bezeichnet. Etwas vornehmer nannte man sie aber auch Spange oder auch  Zahnspange. Die Unterscheidung der Bezeichnung für lose und feste Apparaturen ist mir nicht bekannt. Die Begriffe Klammer, Spange und Zahnspange sind sowohl für festsitzende als auch für herausnehmbare Apparaturen gebräuchlich. Genauso wie ein "Retainer" , der Begriff wird ja auch hierzulande verwendet, sowohl fest eingeklebt als auch ein herausnehmbares Gerät sein kann.

ulfert

Offline Ingo

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Re: Grundschulzeit
« Reply #7 on: 03. March 2017, 17:20:21 PM »
Mir kommt die Unterscheidung von "Spange" für feste Spange und "Klammer" für lose Spange schon bekannt vor. Allerdings, scheint mir, war der Begriff "Klammer" nur im norddeutschen Raum üblich und ist mittlerweile faktisch ausgestorben, so dass heute alles als "Spange" bezeichnet wird.

"Zahnklammer" und "Zahnspange" sind die vollständigen Begriffe, die im Zweifelsfall immer richtig sind. Wenn klar ist, worum es geht, wird "Zahn-" regelmäßig weggelassen; das jeweilige Kurzwort nimmt dem Begriff die Schwerfälligkeit: Alltagssprache statt Hochsprache.

Soweit jedenfalls mein Eindruck, der sich natürlich von euren Erfahrungen unterscheiden kann.

Offline Klammerfan

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Re: Grundschulzeit
« Reply #8 on: 06. March 2017, 15:10:52 PM »
Ich kann Ingo nur zustimmen: Heute hat sich allgemein "Spange" für alle Arten von KFO-Apparaturen durchgesetzt, aber während der hier diskutierten Grundschulzeit war das noch anders und evtl. eben regional auch unterschiedlich.
Was mich aber doch wundert, ist die geringe Anwendung von FKO-Geräten. Ihr habt ja so etwas kaum beobachtet. Oder wurden die nur außerhalb der Schule getragen? Das wäre aber auch eigenartig, denn eigentlich sind ja fast alle FKO-Geräte (wie z.B. EOA, Bimler, Kinetor) Weiterentwicklungen des klassischen starren Aktivators mit dem Ziel, den Tragekomfort zu verbessern, so dass man mit dem Gerät einigermaßen gut sprechen kann und damit auch das Tragen in der Schule möglich ist. Im Vergleich dazu ist der klassische Aktivator ja ein regelrechter Klotz im Mund und eine absolute Sprachbremse. (Allerdings muss ich aus eigener Erfahrung sagen, dass der Kinetor auch nicht gerade angenehm war. Ich habe jedenfalls lange gebraucht, ehe ich mich an dieses Gerät gewöhnt hatte und es gab regelmäßig Ärger wegen Nichtbefolgung der Trageanweisung.)
Die meisten dieser Geräte wurden ja in den 50-er und 60-er Jahren konstruiert, so dass ich schon eine größere Verbreitung erwartet hätte. Aber viellecht gibt es auch hier regionale Unterschiede und irgendwie schwört ja jeder KFO auf seine Standardgeräte.
In meiner Klasse war es jedenfalls so, dass ca. 1/3 aller Schüler auch im Unterricht eine Klammer getragen haben. Wie viele ebenfalls in Behandlung waren, aber ihr Gerät nur nachts oder am Nachmittag tragen mussten, kann ich nicht sagen.
Die aktive Platte war natürlich auch bei uns das Standardgerät, aber eine ganze Reihe meiner Mitschüler bekamen danach ein FKO-Gerät verpasst. Einige haben nur FKO-Geräte getragen und die aktive Platte gar nicht kennengelernt.
Gruß Kf

1. Behandlung (Schulzeit): aktive Platten OK+UK, dann Doppelspange (1. Kinetor; 2. Funktionsregler / Fränkel-Gerät)
2. Behandlung: aktive Platten OK+UK, Federaktivator, z.Zt. Funktionsregler

Offline Mark_B

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Re: Grundschulzeit
« Reply #9 on: 06. March 2017, 21:08:08 PM »
Die Bezeichnungen für die KFO-Geräte sowie auch deren Verbreitung war und ist wohl immer regional unterschiedlich. Ich bin in Bayern in einer Kleinstadt aufgewachsen und zur Schule gegangen und da hieß alles einfach "Spange". "Klammer" war bei uns nicht gebräuchlich.
Welche Geräte zur Anwendung kamen war wohl auch ein wenig vom ortsansässigen KFO abhängig. Bei mir im Ort gab es nur einen. Und zu dem gingen dann fast alle meine Mitschüler. Dieser schien v.a. Aktivatoren und feste Bracketspangen sehr gerne zu verwenden. Jedenfalls trugen bei mir in der Grundschule auffallend viele einen Aktivator, was weder zu übersehen noch zu überhören war???? Die meisten meiner Schulkameraden bekamen währen ihrer Behandlung irgendwann auch eine feste Spange. Ich hatte das Vergnügen gleich beide Arten seiner Lieblingsgeräte genießen zu dürfen.
Auch ich bekam dann irgendwann den berüchtigten Zettel vom Schulzahnarzt. Wenig später war dann auch schon mein Termin beim KFO. Der sagte meinen Eltern dann, dass eine feste Spange bekommen würde. Allerdings nicht sofort, sondern ca. ein halbes Jahr später. Ab da habe ich wohl jedem älteren Mitschüler auf den Mund gestarrt der bereits "besprangt" war und mich gefragt, wie sich das wohl anfühlen mag, das Einsetzen, das Tragen.....Foren wie diese gab es ja damals noch nicht. Und von meinen Freinden war ich der erste, der die Spange eingesetzt bekam.

Offline julian

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Re: Grundschulzeit
« Reply #10 on: 19. March 2017, 12:11:07 PM »
(Einiges zu dem Thema habe ich hier schon geschrieben)
Die Grundschulzeit fällt bei mir auf die Mitte der 80er Jahre. Damals war ich auf einem Internat in Süddeutschland, das einen sehr aktiven Kieferorthopäden hatte, der fast ausschließlich Fränkel verschrieben hat. Ca. ein drittel der Klasse hatte solche Zahnspangen, nur ein Mädchen hatte eine Feste, die aber auch bei einem anderen Kieferorthopäden war. Ein Junge hatte einen Aktivator und ein anderer Platten (die er aber nur nachts trug). Somit war der Fränkel für mich die Norm Spange damals. Da wir damals in Wohngruppen zusammenwohnten, waren die Zahnspange in unmittelbarer Nähe für mich und oftmals ging ich Nachmittags ins Bad, um nachzusehen, ob einer seine Spange vergessen hat. Die nahm ich dann kurz mit in die Toilette und probierte sie aus.
Irgendwann kam dann M. in unsere Klasse, ein blondes Mädchen, in das sich alle Jungs verliebten und auch M. bekam bald eine Zahnspange (sie hatte Zähne wie Kraut und Rüben). Von da an war ich komplett verliebt, denn das blonde Mädchen mit den halblangen Haaren und den Silbern glitzernden Drähten vor ihren Zähnen, war das Schönste, was ich mir denken konnte. Feste Zahnspangen fand ich damals häßlich, die Faszination dafür kam erst im Gymnasium.
Die meisten Zahnspangen tauchten bei uns auch in der 5 und 6 Klasse auf.
Während die anderen vom Schularzt zum Kieferorthopäden geschickt wurden und Zahnspangen bekamen, wurde ich zum Augenarzt geschickt und bekam eine Brille. 

Offline ulfert

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Re: Grundschulzeit
« Reply #11 on: 19. March 2017, 15:39:41 PM »
.............
Irgendwann kam dann M. in unsere Klasse, ein blondes Mädchen, in das sich alle Jungs verliebten und auch M. bekam bald eine Zahnspange (sie hatte Zähne wie Kraut und Rüben). Von da an war ich komplett verliebt, denn das blonde Mädchen mit den halblangen Haaren und den Silbern glitzernden Drähten vor ihren Zähnen, war das Schönste, was ich mir denken konnte. Feste Zahnspangen fand ich damals häßlich, die Faszination dafür kam erst im Gymnasium.
Die meisten Zahnspangen tauchten bei uns auch in der 5 und 6 Klasse auf.

Ich kann´s nachvollziehen, vielleicht auch so eine Art Schlüsselerlebnis.

Anderer Vorschlag: Sollten wir den Thread "Grundschulzeit" nicht einfach in "Schulzeit" , generell umbenennen.
Immerhin hatte man doch wohl die prägensten Erlebnisse und Eindrücke jenseits der Grundschulzeit

ulfert

Offline HG-Fan

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Re: Grundschulzeit
« Reply #12 on: 19. March 2017, 17:13:13 PM »
Kann mich bei mir erinnern, war Anfang/Mitte der 70er Jahre. In meinem Stadtteil war der
Schulzahnarzt auch noch ein KFO. Wer nur Löcher hatte, hat einen Zettel für den Hauszahn-
Arzt mitbekommen. Die mit schiefen Zähnen haben gleich einen Termin bekommen.

Man merkte es immer, wenn der Schulzahnarzt Im Stadtteil unterwegs war. Paar Wochen
später sah man mal wieder einiger Schüler/innen mehr mit diesen typischen Kuki Zahn-
spangendosen um den Hals oder am Schulranzen hängen.

Auch die ersten festen Spangen kamen damals auf. Denke, es waren Fullbands. Vor lauter
Silber im Mund sah man die Zähne kaum. Auch fande ich, das die Lippen schon sehr durch
die festen vorstanden.

Auch sah ich in der Zeit die ersten Aussenspangen. Die Gesichtsbögen sahen aus wie heute.
Aber es gab wohl nur welche mit Nackenbändern und die waren alle in schwarz. Ob die schon
diese Ausklinkmodule hatten, da kann ich mich nicht dran erinnern.

Gruß HG-Fan
Mag HG's aber auch andere Spangen, am liebsten eben sehr auffällig. Bin an Kontakten interessiert.  Bin Hetero. Ferner mag ich auch noch Orthesen.

Offline Fuchtel

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Re: Grundschulzeit
« Reply #13 on: 20. March 2017, 07:34:09 AM »
Ich kann mich erinnern (ca. 1978) hatten einige meine Mitschüler bzw. Kumpels ein HG mit Nackenband aus Jeansblauem Stoff, das ähnlich wie bei einem Haosenbund den Gürtzel, ein elastisches Band mit Längenverschluss (silberner Klappmechanismus 1 cm breit) geführt hat. An den Enden des Bandes waren einfache Drahtdreiecke in denen dann der HG eingehängt wurde.